PR-Trend 2021: B2B-Podcasts

Was bringt das neue Jahr im Marketing-Mix? Während Social Media und Blogs ihren Siegeszug in B2B-Unternehmen fortsetzen, hält zunehmend ein bisher eher im B2C-Bereich verbreitetes Format Einzug auf die Agenda von PR-Verantwortlichen. Gemeint sind Podcasts, also Audiobeiträge im Episodenformat, welche Themen aufgreifen, kurz vertiefen und Lösungen anbieten.

Warum sollten B2B-Unternehmen im neuen Jahr in Podcasts investieren?

PR-Trend 2021: Podcasts1. Ein Podcast holt Nutzer in ihren Bedürfnissen ganz individuell ab: Podcasts werden zeit- und ortsunabhängig konsumiert. Ein Audiobeitrag kann nebenbei gehört werden, z.B. im Zug oder Auto auf dem Weg zur Arbeit. Nutzer schätzen es, ihre Zeit flexibel und sinnvoll zu nutzen. Dabei wählen die Hörer die Beiträge nach ihren persönlichen Interessenlagen aus, so dass Aufmerksamkeit garantiert ist.

2. Podcasts verschaffen einen Wettbewerbsvorteil: B2B-Unternehmen können sich mit Podcasts als Experten in ihrem spezifischen Themenumfeld positionieren. Interessenten können sich durch gut aufbereitete und verständliche Inhalte gleich selbst ein Bild von der Expertise des Unternehmens machen. Da die Podcast-Dichte im B2B-Umfeld noch gering ist, stehen die Chancen gut, mit den eigenen Themen eine Informations-Lücke zu füllen.

3. Greifbares Branding: Podcasts vermitteln im Gegensatz zu Content Marketing in Textform Nähe durch den Einsatz der Stimme. Über die Stimme lassen sich neben den Inhalten noch viel mehr Informationen vermitteln: Tonalität, Emotionen, Ironie, ... Das schafft Authentizität und Persönlichkeit.

4. Weitere Schnittstelle zum Kunden: Einmal erstellt und veröffentlicht können Postcasts crossmedial verlinkt und geteilt werden. So ergeben sich vielfältige neue Kontaktpunkte zur Zielgruppe. Das verleiht dem Vertrieb neuen Aufschwung: neue Inhalte, mehr Leads, weitere USPs.

Podcast: Mehrwert on demand5. Wachsendes Potenzial abgreifen: Die Nutzerzahlen von Podcasts sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Dabei nutzen noch wenige Unternehmen die Möglichkeit, Podcasts zu veröffentlichen. Das bietet viel Potenzial, ein noch wenig umkämpftes Themenumfeld zu besetzen. Unternehmen können sich hier jetzt als Marktführer positionieren.

6. Kundenbindung: Podcast-Hörer sind loyal. Sie abonnieren für sie relevante Kanäle häufig, werden so automatisch über neue Episoden informiert und schalten regelmäßig ein. Wer durch guten Content oder Entertainment überzeugt wurde, bleibt meist auch dabei.

Schritt für Schritt zum B2B-Podcast

Wie also vorgehen, wenn 2021 im Unternehmen den ersten Podcast hervorbringen soll?

1. Ziele festlegen: Was soll mit dem Podcast konkret erreicht werden? Wen soll der Podcast ansprechen? Wie soll der Podcast in den Marketing-Mix integriert werden? Soll die Tonalität nahbar und locker oder professionell-distanziert sein? Steht Informationsdichte im Zentrum oder Unterhaltung?

Podcast: Gute Planung ist alles2. Inhalte definieren: Welche Themen bieten sich an? Wie lassen sich die Themen in spezifische Aspekte herunterbrechen? Vor welchen Herausforderungen stehen die Kunden und welche Lösungen bietet das Produktportfolio? Es ist empfehlenswert, einen langfristigen Themenplan mit inhaltlich abgestimmter Logik zu definieren.

3. Aufbau der Beiträge strukturieren: Zentral ist eine gute Vorbereitung. Unternehmen sollten die einzelnen Beiträge genau planen und ein Skript für die Aufnahme erstellen. Außerdem gilt es zu klären, ob der Podcast reine Expertenbeiträge bereitstellt, ob er Themen in Interviewform aufbereitet, ob auch externe Gäste eingeladen werden sollen und in welchem Mix und mit welcher Frequenz dies umgesetzt wird.

Podcast Aufnahme Mikrofon4. Aufnahme: Bei der Aufnahme des Podcast muss zunächst ein geeigneter Raum mit möglichst wenig Hall und Hintergrundgeräuschen gewählt werden. Außerdem benötigt das Produktionsteam ein gutes Mikrofon, eine passende Aufnahmesoftware und das vorbereitete Skript.

5. Schnitt und Postproduktion: Im Anschluss an die Aufnahme des Beitrags muss das Material auf die gewünschte Länge zugeschnitten werden, holprige Passagen entfernt und unerwünschte Pausen gelöscht werden. Außerdem können Geräusche oder Versprecher entfernt und Elemente wie Jingle, Intro oder Outro eingefügt werden. So steigern Unternehmen den Wiedererkennungswert ihres Podcast.

6. Shownotes verfassen: Für einen suchmaschinenoptimierten Podcast müssen Unternehmen eine Zusammenfassung (Shownotes) mit den zentralen Inhalten, weiterführenden Links und relevanten Keywords zur Verfügung stellen.

7. Podcast branden: Der Wiedererkennungswert lässt sich steigern, indem der Podcast ein zum Corporate Design passendes Cover erhält. Dieses Cover erscheint in den Podcast-Charts und -Bibliotheken und soll ein professionelles und zum Unternehmen passendes Erscheinungsbild gewährleisten.

8. Podcast-Feed anlegen: Schließlich geht es an die Veröffentlichung. Über externe Hosts wie Libsyn, Podcaster oder SoundCloud sowie über entsprechende Plugins auf der Unternehmens-Website können Podcasts veröffentlicht werden. Dabei ist es für Unternehmen empfehlenswert, auf einen zahlungspflichtigen Podcast-Host zu setzen. Denn bei kostenlosen Anbietern zahlen Nutzer mit ihren Daten.

Social Recruiting

9. Podcast bei iTunes und Spotify einreichen: In der Regel genügt es, den Podcast auf iTunes und Spotify hochzuladen, da die übrigen Podcast-Apps sich an den Podcast-Feeds von Apple und Spotify bedienen.

10. Podcast bewerben: Schließlich sollten Unternehmen ihren Podcast umfassend vermarkten: Neben den Corporate Social Media Kanälen bieten sich beispielsweise auch die Unternehmenswebsite, Kundenpräsentationen oder der Newsletter an.

Was Kunden wollen: Mehrwert „on demand“

Podcasts bieten, was moderne Konsumenten wollen: Kostenlose Informationen nach Interessenlage flexibel auf Knopfdruck und jederzeit verfügbar. Nutzer entscheiden sich also bewusst für ein Thema: Aufmerksamkeit ist garantiert. Einer Studie der Goldmedia POD-Ratings.com zufolge verzeichnet Deutschland 2020 über 10 Millionen aktive Podcast-Hörer. Wissens- und Nachrichtenbeiträge sind bei der kaufkräftigen Zielgruppe der 30 bis 69-Jährigen besonders gefragt: Ein Themenumfeld, in dem sich B2B-Unternehmen mit Expertenbeiträgen positionieren sollten.

Podcast: ortsunabhängig und flexibelUnternehmen können Zielgruppen mittels Podcasts umfassend über ihre Themen informieren und Mehrwert bieten. Außerdem schafft der Podcast über die Stimme eine persönliche Kundenbeziehung, die durch die Regelmäßigkeit der Beiträge auf einem soliden, langfristigen Fundament aufbaut.

Podcasts lassen sich zudem ressourcenschonend produzieren und über die unterschiedlichen Unternehmenskanäle wiederverwenden. Dabei empfiehlt es sich, mit drei bis fünf Beiträgen an den Start zu gehen, so dass Nutzer bei Interesse gleich weiter hören kann. Als Frequenz bietet sich eine monatliche oder quartalsweise Erscheinungsweise an.

Wer im neuen Jahr auf nachhaltige Kundenbeziehungen setzt, ist mit Podcasts auf einem guten Weg!