So optimieren Sie Ihre Google Ads Kampagnen

Mehr Leads, gleiche Kosten, steigender Umsatz

Wer bei Google nicht auf der ersten Seite der Suchergebnisse erscheint, existiert nicht. Und verschenkt die Möglichkeit auf Umsatz – an Wettbewerber, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Immer mehr kleine und mittelständische B2B-Unternehmen (KMU) nutzen die Vorteile von Anzeigen über Google Ads.

In Zeiten von Pandemie, Homeoffice und Telearbeit erreichen B2B-Unternehmen heute noch mehr potenzielle Interessenten über Suchmaschinen, weil sie im Rahmen der virtuellen Zusammenarbeit mehr Zeit am Bildschirm verbringen. Gut beraten ist dabei das Unternehmen, welches diese Chance nutzt.

Mit Anzeigen via Google Ads, die auf den ersten Positionen der Google-Suchergebnisseite erscheinen, können Unternehmen zu den relevanten Keywords in ihrem Marktsegment auf sich aufmerksam machen. Dabei legen die Werbetreibenden fest, zu welchen Suchbegriffen ihre Anzeige ausgespielt wird. Kosten entstehen erst dann, wenn die Anzeige geklickt wird und der Interessent auf diese Weise auf die hinterlegte Zielseite (Landingpage) weitergeleitet wird.

Eine Google Ads Kampagne ist schnell eingerichtet. Ebenso schnell stellen Unternehmen aber fest, dass ihre Anzeige nicht ausgespielt wird, dass es keinen Zuwachs an Anfragen gibt oder dass dem deutlich gestiegenen Marketing-Budget nicht der erhoffte Zuwachs an Leads gegenübersteht. Kampagnen müssen fortlaufend gepflegt und optimiert werden. Was das in konkreten Maßnahmen heißt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Grundsätzlich gilt für Google Ads:

• Nutzen Sie so viele Anzeigenerweiterungen wie möglich!
• Richten Sie ein Conversion-Tracking ein!
• Erstellen Sie mindestens drei Anzeigen pro Anzeigengruppe!
• Achten Sie auf einen hohen Qualitätsfaktor!

Werden Sie sich Ihrer Ziele bewusst!

Zu Beginn der Kampagnen-Optimierung muss klar sein, welche Ziele im Fokus stehen sollen. So stellen Sie sicher, dass die Maßnahmen passend für Ihre Anforderungen umgesetzt werden.

Typische Ziele sind zum Beispiel:

• die Neukundengewinnung,
• Kundenbindung,
• die Generierung von Conversions,
• die Steigerung der Bekanntheit und
• der Website-Besuche oder die
• Keyword-Optimierung.

Optimieren Sie Ihren Qualitätsfaktor!

Zentral für die Optimierung Ihrer Google Ads Kampagnen sind die Keywords. Eine gute Keyword-Strategie honoriert Google mit einem hohen Qualitätsfaktor. Und der entscheidet gemeinsam mit dem maximalen Cost-per-Click (CPC) maßgeblich darüber, ob eine Anzeige im Wettbewerb um die besten Anzeigenpositionen ausgespielt wird oder nicht. Eine gute Anzeigenqualität katapultiert Ihre Anzeige also auch bei geringem Budget auf Rang 1 der Sucherergebnisseite – solange bis das Tagesbudget aufgebraucht ist.

Bedeutsam zur Ermittlung des Qualitätsfaktors sind unter anderem:

• Die Klickrate (Click-through-rate oder CTR)
• Die Relevanz der Zielseite für Suchende
• Die Keywordrelevanz für Anzeigen und Nutzer

Optimieren Sie Ihre Keywords regelmäßig!

Ob ein Begriff relevant ist, erkennt Google auch daran, ob ein Keyword an prominenter Stelle, also beispielsweise in Überschriften, im Anzeigentext und auf der hinterlegten Zielseite auftaucht.

Der Leistung Ihrer Keywords kommt bei der Kampagnenoptimierung eine Schlüsselfunktion zu. Ein Indikator hierfür ist die Klickrate: Sie sollte mindestens 1 Prozent betragen.

Bei der Auswahl der Keywords Ihrer Google Ads Kamagne kann beispielsweise der Google Keyword-Planner zum Einsatz kommen. Das Tool gibt neben verwandten Suchanfragen auch das monatliche Suchvolumen für bestimmte Keywords an. Er bietet er einen Suchanfragen-Bericht, der anzeigt, welche Suchbegriffe auf Ihre Seite geführt haben. Das liefert interessante Anhaltspunkte für neue Keywords, mit denen sich Kampagnen optimieren lassen. Der Bericht lässt sich zudem nach Klicks und Conversions ordnen: Keywords, die eine besonders hohe Klickrate von über 2 Prozent aufweisen, sollten Ihrer Kampagne hinzugefügt werden

Wichtige Fragen zur Keywordoptimierung

• Liegt der Qualitätsfaktor einzelner Keywords unter 5?
• Findet sich das Keyword in der Anzeigenüberschrift und auf der Landingpage wieder?
• Fokussieren Sie Ihre Keywords auf solche mit einem hohen Qualitätsfaktor: Ein niedriger Durchschnitt erhöht die Kosten und senkt so den Return-on-Invest (ROI).
• Erzielen Keywords mit einer CTR von 0 Prozent Impressionen? Falls nicht, sollten Sie diese entfernen.
• Liegt die CTR für einzelne Keywords zwischen 1,5 – 2,5 %, sollten Sie prüfen, ob die Begriffe sich in der Anzeige wiederfinden und die Anzeige inhaltlich zum Keyword passt.
• Stehen die Kosten im Verhältnis zu den Conversions? Wie hoch ist der CPA (Cost-per-Acquisition)?

Sorgen Sie für relevante Anzeigen!

Gute Keywords sind nur dann wirklich gut, wenn sie in gute Anzeigen integriert sind. Die Google Ads Anzeige ist das Tor zu Ihrer Website, zu Ihren Produkten und Leistungen und schließlich zur konkreten Anfrage. Sie soll Interesse wecken und einen Mehrwert bieten, damit die Suchenden mit echter Kaufabsicht per Klick auf Ihre Website gelangen. Dabei steht die Anzeige im umkämpften Wettbewerb mit anderen Werbetreibenden zum selben Suchbegriff. Sie muss sowohl den Google-Algorithmus qualitativ überzeugen als auch potenzielle Kaufinteressenten ansprechen.

Das macht gute Google Ads Anzeigen aus:

• Das Keyword muss sich in Anzeigentext- und Überschrift wiederfinden.
• Die Zielgruppe sollte direkt angesprochen werden und sich angesprochen fühlen.
• Die Anzeige muss die wichtigsten Fragen auf einen Blick beantworten.
• Die Alleinstellungsmerkmale (USPs) sollten Widerhall finden.
• Die Anzeige sollte eine Handlungsaufforderung (Call-to-Action) enthalten.
• Die Anzeige sollte möglichst viele Anzeigenerweiterungen enthalten. Diese sind kostenlos und bieten Suchenden weitere Informationen, mit denen das Kaufinteresse weiter eingegrenzt wird und Klicks gezielter erfolgen können.

Fazit

Die Kriterien für gute Google Ads Kampagnen sind komplex, die Auswertungsmöglichkeiten umfassend und der Algorithmus entwickelt sich wie der Wettbewerb stetig weiter.

• Behalten Sie Ihre Kampagnen deswegen fortlaufend im Blick!
• Testen Sie die Keywords und Anzeigenleistung über einen Zeitraum von circa 30 Tagen!
• Vergleichen Sie die Indikatoren über festgelegte Zeiträume!
• Treten Sie in regelmäßige Korrespondenz mit Google hinsichtlich Optimierungspotenzialen.

Da dies gerade im Alltagsgeschäft von KMU zeitlich und personell kaum zu stemmen ist, empfiehlt es sich oftmals, das Search Engine Marketing (SEM) in professionelle Hände zu legen.

Sprechen Sie uns an!

Wer jetzt an Kommunikation spart, verschenkt Leads

Fünf Tipps, wie Sie sich mit Online-Marketing B2B-Wettbewerbsvorteile trotz Krise sichern

Der erste Impuls in Krisenzeiten ist es, Kosten zu minimieren. Das ist verständlich. Wer dabei aber an der Kommunikation spart, setzt, wie zahlreiche Studien belegen, aufs falsche Pferd. Unternehmen, die in Krisenzeiten mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern in Kontakt bleiben und diesen sogar intensivieren, gehen mit deutlichen Wettbewerbsvorteilen aus der Krise hervor.

Kommunikation in der Krise bringt Leads für eine schnelle Konsolidierung

Es gibt zahlreiche empirische Studien zur Effektivität von Markenkommunikation in Krisenzeiten. Sie belegen einen positiven Effekt von Werbeinvestitionen in der Krise auf die Umsatzentwicklungen in der Zeit danach: Gerade in Krisenzeiten können Unternehmen sich einen Vorsprung gegenüber Firmen verschaffen, die ihr Werbebudget einfrieren. Denn wo weniger geworben wird, buhlen weniger Wettbewerber um die Aufmerksamkeit der wichtigen Zielgruppen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Botschaft ankommt, steigt. Und wer jetzt Leads generiert, hat nach der Krise neue Kunden.

Corona-Pandemie: B2B-Stakeholder nutzen verstärkt Social Media

Die Besonderheit der Corona-Krise im Vergleich zu früheren Rezessionen liegt in der Digitalisierung: Die Nutzungszahlen digitaler Medien sind seit Ausbruch der Pandemie geradezu durch die Decke gegangen. Im Zuge des Social Distancing haben die Menschen sich noch stärker den sozialen Medien und Webinhalten zugewandt. Dieser Effekt ist auch im B2B-Bereich relevant, denn auch Mitarbeiter, Kunden, Partner und Leads nutzen sie nun deutlich intensiver. Wer nun Online-Marketing-Kampagnen stoppt, Social Media Kanäle ruhen lässt, auf Investitionen in aktuellen Content verzichtet und erstmal den Kopf in den Sand steckt, der verliert in der Digitalisierungswelle den Anschluss an die relevanten Zielgruppen. Denn der Wettbewerb ist jetzt aktiv.

Worauf kommt es jetzt also an? Hier fünf Tipps für Ihre Kommunikation in der Corona-Krise:

1. Vermitteln Sie Sicherheit durch Präsenz!

Es geht in Krisenzeiten zuallererst darum, Sicherheit zu vermitteln und Vertrauen zu stärken. Das geht am besten durch Präsenz: Sie müssen Kunden, Mitarbeitern, Partnern und Leads vermitteln, dass Sie auch in der Krise weiter erreichbar sind. Geben Sie hilfreiche Tipps, wie Ihre Stakeholder mit Ihnen und Ihren Produkten und Dienstleistungen gut durch die Krise kommen! Gewähren Sie Einblicke, wie Sie die Krise meistern! Schaffen Sie so ein Gefühl der Verbundenheit! Social Media, Newsletter, Website, Briefe: Pflegen Sie weiterhin alle Ihre Kanäle und vermitteln Sie so Sicherheit und Permanenz. Das sichert Ihnen langfristiges Vertrauen und einen Vorsprung gegenüber Firmen, die sich jetzt zurückziehen.

2. Setzen Sie jetzt auf Suchmaschinenoptimierung, Google Ads und Social Media Marketing!

Kunden und Interessenten haben heute fast ausschließlich über Online-Kanäle die Möglichkeit, Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen kennenzulernen. Wichtiger denn je ist es da, durch optimierte Suchmaschinenoptimierung gefunden zu werden. Auch wenn der erste Impuls verleitet, das Budget zu minimieren, verschenken Unternehmen so doch die Chance, bei gesteigertem B2B-Suchvolumen, unter den vordersten Zehn mitzumischen. Sinnvoller als ein Einfrieren von Kampagnen ist eine inhaltliche Neuausrichtung: Anzeigentexte und SEO-Content sollten angepasst werden und jetzt stärker Sicherheit vermitteln, Erreichbarkeit betonen und Kontinuität sowie Lösungskompetenz in den Fokus stellen.

3. Leadgenerierung endet nicht bei der E-Mail-Adresse: Treten Sie in Kontakt!

Gerade in Krisenzeiten sind Leads bedeutsamer denn je. Im B2B-Bereich hat die Leadgenerierung vielfach oberste Priorität. Viele Unternehmen fokussieren sich dabei aber sehr stark auf die Gewinnung von Kontaktdaten. Mit unpersönlichen E-Mails und einem Akquise-Anruf ist heute aber nicht mehr viel zu holen. Es geht um einen langfristigen Aufbau von Kundenbeziehungen. Dafür müssen Sie mit den Zielgruppen in Kontakt treten, auch und gerade in der Krise: Über Newsletter, eine gepflegte, ansprechende und aktuelle Website, über Social Media Kanäle, über informativen Content, über Suchmaschinen. All diese Kanäle sind wichtige Kontaktpunkte im Vertrieb und tragen zu einem überzeugenden, zukunftsorientierten Marketing bei. Die Kommunikation endet nicht in der Krise, denn Entscheider haben auch und vielleicht gerade dann ein offenes Ohr für gute Lösungen.

4. Geben Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht!

Wir sind inzwischen so an Youtube, Instagram, Snapchat und Messenger-Dienste gewöhnt, dass wir immerzu visuelle, schnell zu erfassende Inhalte erwarten. Wir wollen Menschen, Fotos und Grafiken sehen, die eine interessante Botschaft auf den ersten Blick transportieren. Umso wichtiger ist es heute für B2B-Unternehmen, reale Einblicke in die Heiligen Hallen zu gewähren, sich zu zeigen: Wer sind die Mitarbeiter? Was hat der Chef Interessantes zu sagen? Wie sieht es hinter den Kulissen aus? Wie gehen die mit der Krise um? Menschen erzielen Aufmerksamkeit. Und gerade im Social Distancing wollen wir sie sehen. Das schafft Nähe und Vertrauen – zentrale Aspekte in der Krisenkommunikation und im erfolgreichen Vertrieb.

5. Experimentieren Sie mit neuen Formaten!

Zahlreiche Messen sind infolge der Kontaktbeschränkungen ausgefallen. Die dafür vorbereiteten Inhalte sind aber nicht verloren. Viele Unternehmen nutzen diese jetzt in virtuellen Messen, Online-Produktpräsentationen, Webinaren oder Podcasts. Audio- und Video-Formate erleben einen enormen Schub. Gut beraten ist, wer jetzt einsteigt und Erfahrungen damit sammelt. Wer diese Investitionen verschiebt, droht im Kampf um Leads digital abgehängt zu werden. Denn der Wettbewerb schläft nicht.

Fazit

Wer jetzt an Kommunikation spart, verschenkt Leads: an Wettbewerber, die in Zeiten, wo wir fast ausschließlich digital in Beziehung treten müssen, bei Google gefunden werden, bei Instagram gute Stories posten, die einen Newsletter mit Mehrwert verschicken, hilfreichen Content erstellen oder zu informativen Webinaren einladen. Ziehen Sie also den Kopf aus dem Sand und treten Sie wieder in Kontakt!

Messe ade – Digital juchhe

Abgesagte Messen führen zu innovativen Online-Marketing-Ideen der Aussteller

Für Messebetreiber, Aussteller und Besucher ist die kurzfristige Absage einer Messe eine wirtschaftliche, emotionale und motivationale Katastrophe: Die Vorbereitungen sind weit fortgeschritten und hohe Beträge in den Messestand, Give-aways und geplante Live-Veranstaltungen geflossen. Zudem waren enorme personelle Ressourcen bereits Monate im Voraus stark gebunden. Derzeit jagt infolge der Corona-Pandemie eine Messeabsage der nächsten. Und während dies viele Subunternehmer existenzkritisch trifft, setzen Aussteller inzwischen auf kreative und innovative digitale Formen der Produktpräsentation.

Buchmesse: Virtuelles Programm vieler Verlage unter #leidernichtleipzig

Während der abgesagten Leipziger Buchmesse in der kommenden Woche (12. bis 15. März 2020) werden viele Verlage unter Hashtags wie #leidernichtleipzig, #lbmonline2020 oder #buecherhamstern auf Social Media Plattformen wie Instagram oder Facebook Gewinnspiele und Aktionen anbieten. Zudem wird es Live-Stream-Events und Online-Lesungen geben. Auf diese Weise wird die Messe virtuell als Online-Event trotz Absage erlebbar.

Virtuelle ITB: Gratis E-Magazin

Die ITB, die gerade in Berlin stattfinden sollte, veröffentlicht trotz Absage ihre tägliche Messezeitung online. So werden Neuheiten der Aussteller trotzdem kommuniziert. Außerdem hat der Messebetreiber Aussteller, die wegen gebuchter Hotels trotzdem nach Berlin kommen, dazu aufgerufen, Fotos von ihrer „Messe“ zu teilen. Außerdem hat die ITB jüngst die digitale Plattworm itb.com gelauncht, über die sich die Reisebranche ganzjährig vernetzen kann. Vom 5. bis zum 11. März 2020 wird es hier einen virtuellen ITB-Kongress mit mehr als 20 Live-Streams und Videos on-demand geben.

Genfer Autosalon: Online-Live-Events mit hoher Reichweite

Auch der Genfer Autosalon hätte in diesen Tagen stattfinden sollen. Statt Live-Vorstellung von neuen Modellen präsentieren viele Autobauer ihre Neuheiten nun online in Bildergalerien, Online-Live-Events oder virtuellen Pressekonferenzen. So hat Autobauer Daimler jüngst via LinkedIn zur Live-Premiere der neuen E-Klasse im Rahmen einer Live-Pressekonferenz geladen. Unter Verwendung des Hashtags #gims2020 präsentieren die Hersteller die neuen Wagen über Social Media Kanäle. Die Reichweite dieser Online-Live-Events dürfte sogar bedeutend höher sein, als die analoge Präsentation auf der Messe. Außerdem bieten die Organisatoren über die Website des Genfer Autosalons Live-Übertragungen der Pressekonferenzen und Präsentationen der von den Herstellern an verschiedenen Orten organisierten Weltpremieren, die anschließend auch als Video-on-Demand zur Verfügung stehen.

Pandemie-Gewinner: Anbieter von virtuellen Messen

Jüngst wurde bekannt gegeben, dass auch die LogiMAT abgesagt und die Hannovermesse verschoben werden. Auch zahlreiche IT-Unternehmen haben bereits angekündigt, Kunden in den nächsten Wochen über Online-Events informieren zu wollen, wenn analoge Veranstaltungen mit zu hohen behördlichen Auflagen versehen werden und das Gesundheitsrisiko nicht kalkulierbar ist. Einer der Gewinner der zahlreichen Absagen sind Anbieter von virtuellen Messen. Besucher einer solchen virtuellen Messe können den Events online und mobil sowie zeitlich flexibel beiwohnen. Sie können virtuelle Vorträge hören und Videos anschauen oder Informationsmaterial herunterladen. Zudem gibt es die Möglichkeit, über Pop-up-Fenster mit Ausstellern in Kontakt zu treten. Virtuelle Messen bieten interessante Möglichkeiten der Event-Visualisierung. So ist es beispielsweise möglich, virtuell einen Messestand einzurichten, auf dem Präsentationen und Vorträge vor dem Hintergrund eines real erscheinenden Messestands stattfinden können. Ausstellern wird es auf diese Weise möglich, Konferenzsäle und Empfänge auch online individuell zu gestalten. Über Webinare und Webkonferenzen können sie außerdem mit Interessenten in Kontakt treten, Vorträge halten und Produkte präsentieren. Der Austausch ist währenddessen, davor oder danach über Chatfunktionen möglich. Ein Vorteil gegenüber der analogen Messe zeigt sich in der intuitiven Erfolgskontrolle, die Online-Marketing-Maßnahmen erlauben. Für Unternehmen stellt diese Art der Messe eine kostengünstige Alternative ohne Reisezeit und -kosten dar. Sie können auch virtuell mit dem Zielpublikum in Kontakt treten und Geschäfte anbahnen.

Die Zukunft der Messe wird digitaler

Natürlich ersetzen all diese Maßnahmen nicht den persönlichen Kontakt auf der Messe. Die verlorenen Umsätze lassen sich durch virtuelle Instrumente nicht in gleichem Maße wieder einholen. Nichtsdestotrotz dürften die Absagen für gerade die Unternehmen, die Online-Marketing bisher noch vor sich hergeschoben haben, einen guten Anlass bieten, sich mit den Möglichkeiten von Social Media, Content-Marketing, virtuellen Präsentationen und Live-Streaming auseinander zu setzen. So kann die Wirtschaft der Pandemie vielleicht auch etwas Gutes abgewinnen: In Zukunft werden Messeauftritte und Online-Präsentationen noch besser kombiniert eingesetzt werden – für einen wirkungsvolleren Messeauftritt der Aussteller und einen erhöhten Erlebnisfaktor für die Standbesucher.

Das Einmaleins des Content-Marketing zur Messe

Die nächste Messe kommt schneller als gedacht

Totgeglaubte leben länger: Der Messe als Marketinginstrument wird gerne einmal der Tod nachgesagt. Aber gerade im B2B-Bereich erfreuen sich Messen ungebrochener Bedeutung. So belegt die jährliche Studie „B2B-Marketing-Budgets“ des Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik), dass Messen weiterhin auf Position eins der prozentualen Budget-Verteilung im Marketing rangieren. Dabei hat sich der Kommunikations-Fokus mit der Digitalisierung etwas verschoben: Während man sich früher auf Messen einen Überblick über Produkte und Anbieter verschaffte, tun das die Messebesucher heute bereits im Vorfeld über soziale Netzwerke, Websites und Vorberichterstattung. Auf der Messe selber ist die persönliche, aber auch die digitale Kommunikation stärker in den Fokus gerückt. Das Messerlebnis zählt und muss visuelle und digitale Highlights setzen, die über soziale Netzwerke geteilt werden können.

An die kanalübergreifende Content-Strategie vor, während und nach der Messe stellt diese Verschiebung hin zum Digitalen neue Anforderungen. Dabei gilt aber auch weiterhin, dass eine umfassende Vorbereitung in der Messekommunikation, egal ob digital oder analog, schon fast die ganze Miete ist.

Einen Überblick über die Maßnahmen im Rahmen des Content-Marketing zur Messe gibt dieser Artikel.

1. Vor der Messe

Interne Maßnahmen

✓ Mitarbeiter als Multiplikatoren

Die wichtigsten Zielgruppen des internen Messe-Content-Marketing sind die eigenen Mitarbeiter, Partner und Dienstleister. Sie gilt es frühzeitig ins Boot zu holen und fortlaufend via Intranet oder schwarzem Brett über Fortschritte der Messevorbereitung zu informieren. Die Maßnahmen beginnen bei den eigenen Mitarbeitern, sobald Termin und Messe feststehen und setzen sich fort, wenn die Roadmap erstellt ist: Messemotto, zu präsentierende Dienstleistungen und Produkte. Außerdem gilt es, sie über Vorträge, Präsentationen am Messestand, wichtige Besucher und sonstige relevante Meilensteine der Vorbereitungen zu informieren. Denn die eigenen Mitarbeiter sind zugleich auch Multiplikatoren der Messe-Kommunikation und werden ebenso Partner, Dienstleister, Interessenten und ihre eigenen Kontakte in sozialen Netzwerken sowie offline informieren. Ähnlich verhält es sich mit Partnern und Dienstleistern, die aber erst nach den Mitarbeitern informiert werden.

✓ Der gute Draht zum Vertrieb

Besonders relevant in der internen Kommunikation zur Messevorbereitung ist eine sich gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertriebsteam. In enger Abstimmung sollte Messebegleitmaterial im Corporate Design für Standbesucher, Interessenten sowie Medienvertreter erstellt werden.

Externe Maßnahmen

✓ Erstellung des Messebegleitmaterials

Damit sind wir bereits mittendrin in der externen Kommunikation. Sobald die Roadmap zur Messe steht, gilt es gemeinsam mit dem Vertriebsteam zu entscheiden, welches Messebegleitmaterial bereitgestellt werden soll: Datenblätter, Whitepaper, Broschüren, Case Studies, Sonderdrucke aus Zeitschriften, Factsheets zu Unternehmen und Produkten,… Wichtig ist dabei eine realistische Zeitplanung mit Weitblick. Denn der Zeitdruck kommt garantiert.

✓ Unternehmenswebsite messetauglich aufrüsten

Die eigene Website sollte prominent auf die Messeteilnahme hinweisen, indem ein Störer mit dem Messelogo und hinterlegtem Link zur Messeseite integriert wird. Die meisten Messen stellen solche Logos kostenfrei über ihre Website zur Verfügung. Zudem ist eine eigene Messe-Unterseite zu erstellen: Sie gibt einen Überblick über die wichtigsten Facts, Highlights und Termine am eigenen Messestand. Die wichtigsten Produkte können hier mit Links zur jeweiligen Produktseite vorgestellt werden. Außerdem können Unternehmen über diese Seite Messetermine organisieren, ein Anforderungsformular für kostenfreie Messetickets bereitstellen und veröffentlichte Pressemeldungen verlinken. Über diese Unterseiten kann später auch das Messebegleitmaterial für Standbesucher, Interessierte und Journalisten zum Download angeboten werden. All diese Maßnahmen tragen zugleich durch Backlinks und relevanten, aktuellen Content zur Suchmaschinenoptimierung der Unternehmenswebsite bei. Ebenfalls wichtig in diesem Zusammenhang ist der Unternehmenseintrag auf der Website des Messeanbieters.

✓ Pressearbeit frühzeitig beginnen

Die Pressearbeit muss jedoch schon viel früher beginnen: Vielen B2B-Unternehmen ist nicht bewusst, dass die ersten Messevorberichte bereits drei Monate vor der Messe in Printmagazinen erscheinen. Der richtige Zeitpunkt für die Pressemeldung zur Messe ist deswegen entscheidend: Zu früh versendet läuft sie Gefahr, in Vergessenheit zu geraten. Zu spät versendet bleibt im Magazin kein Platz mehr oder der Redaktionsschluss ist gar schon vorbei. Aufschluss geben die Themenpläne mit Terminübersichten der Fachmagazine. Nicht zu vergessen ist bei der Pressemeldung neben Infos zu den Messehighlights auch ein Link zur Messeseite auf der eigenen Website für weitere Informationen und Pressematerial.

✓ Mehrstufige E-Mailings: Relevanz statt Masse

Zur Einladung von Kunden, Partnern und Interessenten empfehlen sich mehrstufige E-Mailing-Kampagnen. Mehrstufig, weil das die Aufmerksamkeit erhöht: Kaum jemand liest alle Newsletter, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Messebeteiligung wahrgenommen wird, mit jeder neuen Mail ansteigt. Wichtig ist aber auch hier, dass nur relevante Inhalte und besser weniger als mehr Mails versendet werden. Sonst landen aufwändig erstellte Newsletter in Zukunft im Spam und bleiben für immer ungelesen. Inhaltlich kann man eine solche Kampagne zum Beispiel sinnvoll in drei Stufen aufbauen: 1. Save the Date, 2. Infos zur Roadmap, 3. Kostenlose Eintrittskarten und persönliche Messetermine anbieten.

✓ Social Media: Relevanter Content, gerne audiovisuell

Die Social Media Kampagne zur Messe sollte stets unter Verwendung der wichtigsten Hashtags kurz vor, während und kurz nach der Messe ihren Höhenpunkt verzeichnen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass das Themenumfeld seine höchste Reichweite erzielt. Zur Frequenz von Social Media Posts kann man dabei keine pauschale Aussage treffen: Auch hier gilt die Relevanz der Inhalte für die Zielgruppe als Maxime. Im Zweifel lieber weniger Posts mit besserem Content. In jedem Fall müssen diese Posts Bild- und zunehmend auch Videomaterial bereitstellen. Inhaltlich können Unternehmen auf die Roadmap sowie Inhalte aus dem Messebegleitmaterial zurückgreifen und dieses kanalspezifisch aufbereiten.

✓ Erlebnis Messestand

Ein besonderes Feld der Messekommunikation, das intensiver Vorbereitung bedarf, stellt die Gestaltung und das Programm am Messestand dar. Hier gilt es, die Standbesucher zu unterhalten. Im Idealfall ist der Messestand an einem strategisch sinnvollen Ort in der Halle großzügig und hell gestaltet, mit Elementen, die zum Verweilen einladen: Digitale Live-Demonstrationen, Vorträge und Präsentationen, gemütliche Sitzgelegenheiten, Verpflegung und ansprechende Giveaways stellen hier einige der Möglichkeiten dar. Bei der Planung sollte man heute den Blick für ästhetische Bilder, Programmpunkte und Schriftzüge schärfen, die reizvolle Motive für Social Media bieten.

2. Während der Messe

Die Messe beginnt: Das Vertriebsteam hat im Idealfall einen vollen Messekalender. Das Backoffice steht bereit, neue Kontakte spätestens am nächsten Tag mit einer vorbereiteten Dankesmail mit Verweis auf das Messebegleitmaterial der Website sowie weiteren passenden Informationen anzuschreiben. Das Social Media Team versorgt die Unternehmenskanäle mit Eindrücken vom Messestand. Die Posts sollten vorab schon soweit möglich gut geplant und vorbereitet sein. Kurze oder je nach Gusto auch aufwändiger gestaltete Videos gewinnen auch auf der Messe mehr und mehr an Bedeutung. Relevante Hashtags werden fortlaufend gecheckt, passende Beiträge gelikt und geteilt und den entsprechenden Accounts gefolgt. Außerdem sollte nach Möglichkeit Content für den Corporate Blog mit Eindrücken von der Messe erstellt und veröffentlicht werden.

3. Nach der Messe

Nach der Messe kehren die Kollegen in der Regel erschöpft wieder an ihren Schreibtisch zurück. Umso bedeutsamer ist hier wieder das Backoffice: Neue Kontakte müssen zeitnah kontaktiert und mit benötigtem Material versorgt werden. Für Journalisten sollte zeitnah ein Statement in Form einer Pressemeldung oder eines Zitats, am besten mit Bildmaterial von der Messe sowie dem Zitatgeber, zur Verfügung gestellt werden. Das kann dann auch gleich für die Erstellung eines weiteren Blogbeitrags verwendet werden, der ein Messefazit zieht. Der Blogbeitrag wiederum wird in Social Media verlinkt. Einzelne Highlights daraus können mit Bild- und Videomaterial von der Messe als eigene Social Media Beiträge aufgegriffen werden, um auch später noch die Messe-Hashtags zu verwenden und im Themenumfeld präsent zu bleiben.

Und schließlich sollte umfassend ausgewertet werden, was gut lief und was beim nächsten Mal optimiert werden sollte:

Denn nach der Messe ist vor der Messe. Und die nächste Messe kommt schneller als man denkt.

PR-Trend 2020: Digital Detox

PR-Trend 2020: „Digital Detox“ und wie Sie den Wert Ihrer Content-Strategie steigern

Der Januar ist traditionell der beliebteste Monat für so unlustige Themen wie Entschlackung, Ausmisten und Gewichtsreduktion. Im Trend liegen in diesem Jahr nicht nur der Verzicht auf ungesunde Lebensmittel oder der Vorsatz, sich mehr zu bewegen: Immer mehr Menschen verordnen sich angesichts einer zunehmenden Informationsüberlastung den „Digital Detox“. Sie richten sich Online-Zeitfenster ein, filtern ihre Newsfeeds und besinnen sich auf den Wert von Offline-Aktivitäten.

Das Bewusstsein für Content-Marketing ist im letzten Jahr auch im kleinsten B2B-Unternehmen angekommen. Proportional angestiegen ist die Anzahl der Corporate Blogs und Unternehmens-Accounts in sozialen Netzwerken. 2020 wird sich zeigen, welche Firmen ihre Zielgruppen mit welcher Strategie im Content-Wettbewerb weiterhin erreichen.

Hier fünf Tipps, wie Sie auch im neuen Jahr den guten Draht zu Ihren Zielgruppen aufrechterhalten:

1. Print erlebt eine Renaissance

Wer glaubt, Print ist tot, befindet sich auf dem Holzweg: Sicher sind die Auflagen, vor allem der Tageszeitungen, in den letzten Jahren stetig gesunken. Aber die alltägliche digitale Informationsflut macht den Griff zur Zeitschrift wieder zu einem echten Erlebnis. Gut recherchierte Artikel mit echtem, informativem Mehrwert aus fundierten, vorselektierten Quellen: Fake-News, Manipulationsversuche und Hate-Speech führen Lesern wieder den Wert von gutem Journalismus vor Augen. Dieser muss auch Grundlage im Content-Marketing sein.

2. Die persönliche Begegnung wird wieder attraktiver: Aber on- und offline kommen zusammen

Die Vorteile und auch die Grenzen der digitalen Kommunikation haben wir inzwischen zur Genüge getestet. Klar ist, der persönliche Kontakt ist nicht zu ersetzen. Wer seine Zielgruppen wirklich erreichen möchte, kann auf das persönliche Offline-Erlebnis nicht verzichten. Von zunehmender Beliebtheit ist die Organisation von Events. Ob Workshop, Vortrag, Messestand, eSports-Events oder Anwendertreffen – die Digitalisierung kommt offline: Das eine kommt nicht länger ohne das andere aus.

3. Emanzipierte Rezeption: User suchen gezielt nach relevantem Content

Nichts ödet uns derzeit mehr an als belangloses Blabla. User begeben sich im Netz zielgenau auf die Suche und haben auch ein gutes Gespür für den passenden Content. Meist geht die Suche bei Google los – und sie endet für gewöhnlich spätestens am Ende der ersten Suchergebnisseite. Deswegen setzen immer mehr Unternehmen neben suchmaschinenoptimierten Websites auf Google Ads: Mit auf den Punkt gebrachten Anzeigentexten bei zielgenau festgelegten Suchanfragen holen sie potenziell an ihrem Angebot Interessierte direkt am Anfang ihrer Suchhistorie ab. Für Werbetreibende wichtig zu beachten: Der Klick auf die Anzeige ist erst der Anfang einer guten Content-Strategie.

4. In der Kürze liegt die Würze

Egal über welche Kanäle Unternehmen Content anbieten: Heute hat niemand mehr Zeit, lange Texte zu lesen. Der Trend geht zu Schlagworten, schnell erfassbaren Listen und überschaubaren Grafiken. Und auch unter Gesichtspunkten der Suchmaschinenoptimierung liegt das Erfolgsgeheimnis nicht in der Zeichenzahl eines Homepage-Textes. Vielmehr kommt es auf Einzigartigkeit, Qualität und Mehrwert an. Und die erzielen Content-Manager am besten, indem sie die Sichtweise des Lesers einnehmen: Was braucht der User wann und in welcher Form?

5. Micro-Influencer als Sparringspartner

Bisher lag das Erfolgsgeheimnis guten Influencer-Marketings darin, mit solchen Accounts zu kooperieren, die möglichst viele Follower vorweisen können. Inzwischen setzen mehr und mehr Unternehmen auf sogenannte Micro-Influencer, die bei einer überschaubaren Anzahl von Followern ein Nischenthema behandeln. Sie sind glaubwürdig, erreichen die richtige Zielgruppe und fungieren eher als förderlicher Partner denn als Werbemedium. Gerade im B2B-Segment gewinnen Micro-Influencer zunehmend an Bedeutung.

In diesem Sinne Ihnen im neuen Jahr geebnete Wege zu Ihren Zielgruppen!

So setzen Sie Social Recruiting für Ihr Employer Branding ein

Sind Sie oder Ihre Firma aktuell auf der Suche nach geeigneten Fachkräften? Fragen Sie sich, wie Sie Stellen neu besetzen sollen, deren Inhaber demnächst in Rente gehen? Malen Sie sich aus, wie die Produktivität Ihres Unternehmens in den nächsten drei, fünf oder zehn Jahren aussieht, wenn diese Stellen vakant bleiben?

Diese und ähnliche Fragen beschäftigen inzwischen nahezu alle Unternehmen in Deutschland. Existenziell betroffen sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen in ländlichen Regionen, die aufgrund von Ferne zur nächsten Großstadt für Arbeitnehmer weniger attraktiv wirken.

Grund ist in erster Linie der Fachkräftemangel: Wer heute offen für eine neue Stelle ist, muss nicht mehr suchen – potenzielle Bewerber befinden sich in der komfortablen Situation, dass sie sich gemütlich in ihrem Bürostuhl zurücklehnen können, um auf das beste Angebot für eine neue berufliche Herausforderung zu warten. Ins Zeug legen müssen sich heute die Unternehmen, die vakante Stellen bestmöglich besetzen wollen.

Aber wie stellt man das an, wenn der Markt kaum verfügbare Fachkräfte hergibt?

Recruiting_Klaviatur


Die
Recruiting-Klaviatur ist den Meisten bekannt: Klassische Stellenanzeigen in Print und Online, ergänzt durch eine persönliche Ansprache bei Karriere- und Networking-Events, unterstützt durch ein attraktives Employer Branding, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Was aber können die „gehypten“ sozialen Netzwerke zum erfolgreichen Recruiting beitragen? 

Studien, wie die "Recruiting Trends 2018" der Unis Bamberg und Erlangen-Nürnberg im Auftrag des Stellenportals Monster  bestätigen, dass dieser Weg der Kandidatensuche längst in vielen, zumeist größeren Unternehmen, angekommen ist. Aber welche sind die für das Recruiting relevantesten Social Media Kanäle und wie nutzt man sie optimal? Und mit welchen zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen muss man beim Einsatz von Social Recruiting rechnen?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Social Recruiting sollten Sie vor allem dann einsetzen, wenn Ihr Unternehmen bereits in sozialen Netzwerken aktiv ist. Andernfalls wären Ihre Bemühungen weniger authentisch. Und gerade Authentizität ist das entscheidende Kriterium im Social Web. Starten Sie also zunächst mit einem Unternehmensprofil! Ist dies erfüllt, stellt sich die Frage, welche Kanäle für Ihr Recruiting in Frage kommen. Diese seien nun im Folgenden kurz vorgestellt.

Social Recruiting

1. LinkedIN

Das internationale Businessnetzwerk LinkedIN hat im deutschsprachigen Raum 14 Millionen Nutzer, weltweit sind es über 500 Millionen. Neben einem kostenlosen Unternehmensprofil, auf dem regelmäßig Updates aus dem Unternehmen gepostet werden können, bietet das Netzwerk mit den "LinkedIN Talent Solutions" einige auch für kleine Unternehmen interessante Optionen, um mehr Aufmerksamkeit für das Unternehmen zu erzielen: So können Unternehmen hier Stellenanzeigen schalten, die über ein gezieltes Targeting als passend eingestuften Nutzern via E-Mail sowie auf LinkedIN angezeigt werden. Diese erscheinen solange, bis das vom Unternehmen festgelegte Tagesbudget aufgebraucht ist.

Der Vorteil dieser Variante ist die gezielte Anzeigenschaltung nur für diejenigen LinkedIN-Nutzer, auf welche die Anzeige gemäß Targeting auch passt, so dass Streuverluste bei der Anzeigenschaltung minimiert werden. Gezahlt wird, wenn ein Kandidat die Anzeige anklickt.

Interessierte Kandidaten haben dann die Möglichkeit, den hinterlegten Ansprechpartner via LinkedIN zu kontaktieren oder auf die Unternehmenswebsite zu wechseln.

Für größere Unternehmen mit einer nennenswerten Zahl aktiver Mitarbeiter auf LinkedIN gibt es zudem die Möglichkeit, auf den Profilen der Mitarbeiter eine „Work-with-us“-Anzeige zu schalten, um so auch das Netzwerk der Mitarbeiter effektiv zu nutzen.

Eine weitere Talent Solutions-Option ist „LinkedIN Recruiter Lite“: Damit erhält der Recruiter Zugriff auf Kontakte 2. und 3. Grades und kann 30 Inmails pro Monat, also Direktnachrichten über LinkedIN, an infrage kommende Nutzer senden. Dabei bietet die Option umfangreiche Filterkriterien, so dass nur passende Kandidaten angezeigt werden. Eindeutiger Nachteil: Diese Variante ist recht zeitintensiv und lohnt auch nur dann, wenn der Recruiter bereits ein stattliches Netzwerk bei LinkedIN aufgebaut hat. Interessant ist nichtsdestotrotz die Möglichkeit, diese Option, die es zusätzlich in einer Profi-Ausführung gibt, für einen Monat gratis zu testen, bevor sie anschließend für derzeit 88,50€ pro Monat zur Verfügung steht.

2. Xing

Xing ist vor allem im deutschsprachigen Raum bekannt und bietet als Businessnetzwerk für Recruiter die Möglichkeit, eine Stellenanzeige als Textanzeige mit Logo oder im Corporate Design als PDF zu schalten. Im Modus „HR-Professional“ hat man zusätzlich die Möglichkeit, ein Recruiting-Video zu integrieren.

Die Anzeige erscheint dann im Xing Stellenmarkt, der zusätzlich zu den 15 Millionen Nutzern auch durch Nicht-Mitglieder via Suchmaschine erreichbar ist. 

Auch Xing bietet die Möglichkeit, ein kostenloses Unternehmensprofil anzulegen, in das die Stellenanzeigen automatisch integriert werden. Eine Stellenanzeige im Xing Stellenmarkt erhält dann auch automatisch das Logo des Xing Unternehmensprofils. Jedem interessierten Mitglied werden zudem eventuell vorhandene persönliche Verbindungen zum Unternehmen angezeigt. 

Xing wirbt außerdem mit der Verknüpfung zum kununu-Arbeitgeberbewertungsportal – was gut ist für diejenigen Unternehmen, die dort bewertet wurden, vor allem wenn die Bewertungen positiv ausfallen. Die Kosten für eine 30 Tage sichtbare Stellenanzeige liegen zwischen 363€ und 731€, je nach gewählten Optionen.

3. Facebook

Facebook ist immer noch das größte soziale Netzwerk weltweit, gerade unter jüngeren Nutzern befindet es sich jedoch auf dem absteigenden Ast. Diese sind mittlerweile, wie unter anderem die ARD/ZDF-Onlinestudie 2018 zeigt, vor allem bei Instagram zu finden.

Nichtsdestotrotz bleiben die Nutzungszahlen hoch und gerade die derzeit berufstätigen Gruppen, die also für Stellengesuche infrage kommen, sind bei Facebook aktiv. Viele Unternehmen nutzen Facebook deswegen als Kanal für ihr Employer Branding. So promoten Firmen hier beispielsweise durch Fotos, Videos und Aktionen die aufregende Azubi-Zeit in ihrem Unternehmen mit dem Ziel, Azubi-Nachwuchs zu akquirieren.

Zu beachten ist jedoch, dass sich der Großteil der Nutzer privat hier aufhält. Die Wirkung eines B2B-Unternehmensprofils wird deswegen nicht die gleiche sein, wie diejenige eines Unternehmens mit einem hippen Lifestyle-Produkt, mit dem sich Nutzer gerne auch privat öffentlich zeigen.

Kleiner Exkurs in die Kampagnenplanung: 
An dieser Stelle zeigt sich einmal mehr die Bedeutung einer detaillierten Maßnahmenplanung zu Beginn Ihrer HR-Aktivitäten. Wen wollen Sie mit Ihrer Kampagne erreichen: Personen einer festgelegten Altersgruppe, aus einer bestimmten Region, mit gewissen Qualifikationen? Und wo sind genau diese Kandidaten zu finden? Was spricht sie an? Mit welchen Botschaften wollen Sie punkten? Gibt es vielleicht einen optimalen Zeitraum oder Zeitpunkt für eine Anzeigenschaltung, z.B. rund um ein bestimmtes branchenrelevantes Event oder sogar nur zu einer bestimmten Tageszeit, nach Feierabend oder besser Morgens um 10 Uhr? Die Netzwerke stellen für gewöhnlich umfangreiche Auswahlkriterien und Informationen zur Nutzung für ein gezieltes Targeting zur Verfügung.

Haben Sie sich also dazu entschieden, auch Facebook für Ihre Marketing-Ziele einzusetzen, empfiehlt es sich, hier ebenfalls ein kostenloses Unternehmensprofil anzulegen und dort regelmäßig Einblicke in Ihre Arbeit zu gewähren, durch Fotos aus Ihrem Unternehmensalltag, Videos, kreative Aktionen, attraktive Events,… Eine Wettbewerbsanalyse kann ebenfalls inspirierend hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten sein.

Facebook bietet dann mit Facebook Ads die Möglichkeit, Beiträge gezielt zu bewerben. So ist es auch möglich, einen Recruiting-Post mit Foto und Link zur Karriereseite Ihrer Homepage zu sponsern. Dieser erscheint dann in der Timeline der von Ihnen hinterlegten Zielgruppe. Dabei haben Sie die Möglichkeit, die Region, das Geschlecht, das Alter und die Interessen der Facebook-Nutzer einzugrenzen, welche den Post sehen sollen. Dieser erscheint dann solange, bis das zuvor festgesetzte Tagesbudget aufgebraucht ist.

Interessant ist, dass Facebook bei Festlegung der Zielgruppe eine potenzielle Reichweite der Anzeige schätzt. Dann heißt es abwarten und beobachten, wie sich die Anzeige entwickelt, um gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

4. Google AdWords

Allen Social Media Kanälen ist gemeinsam, dass sie Unternehmen Möglichkeiten eröffnen, potenzielle Bewerber gezielter und persönlicher anzusprechen, als dies beispielsweise in Print-Anzeigen der Fall ist. Google AdWords ist zwar kein Social Recruiting Tool im eigentlichen Sinne, soll aber im Online-Recruiting-Mix nicht unerwähnt bleiben, denn ein großer Vorteil dieser Variante ist, dass auch solche Bewerber angesprochen werden, die nicht oder kaum in sozialen Netzwerken aktiv sind.

Google bietet Unternehmen die Möglichkeit, für bestimmte Keywords Anzeigen zu schalten, mit denen Firmen in den Google-Suchergebnissen auf Seite eins ganz oben erscheinen. So ist es auch möglich, eine Kampagne mit einem Recruiting-Fokus aufzusetzen.

Entscheidend für den Erfolg ist eine zielgenaue Keywordanalyse: Unternehmen müssen sich in die Suchmaschinennutzer hineinversetzen und überlegen, welche Suchbegriffe potenziell passende Arbeitnehmer wohl eingeben würden, um auf eine Stelle um Unternehmen aufmerksam zu werden.  Produkt, Branche, Dienstleistung kombiniert mit dem Zusatz „Job“, „Karriere“ oder doch besser ohne: Diese Entscheidung erleichtert beispielsweise der Google Keyword-Planer, der Aussagen dazu trifft, wie oft ein bestimmtes Keyword oder eine Keyword-Kombination im Monat gesucht wird.

Stehen die Keywords, muss eine ansprechende Anzeige getextet und mit der Homepage verlinkt werden. Gezahlt wird pro Klick auf die Anzeige, die rotierend mit allen anderen Anzeigen zum selben Keyword solange erscheint, bis das zuvor festgelegte Tagesbudget aufgebraucht ist.

Google bietet interessante Auswertungsmöglichkeiten, anhand derer die Kampagne stetig angepasst werden sollte. So kann man beispielsweise gut ermitteln, welche Keywords wann durch welche Zielgruppe über welche Geräte gut laufen oder in Kombination mit Google Analytics nachvollziehen, wie das an den Klick anschließende Verhalten auf der Website aussieht: Wie lange verweilt der Nutzer auf der Website, auf welche Seiten klickt dieser, wie hoch ist die Absprungrate, wie häufig wird das Kontaktformular genutzt,… Zielgruppen können hier beispielsweise auch regional eingegrenzt werden, so dass die Anzeige noch gezielter platziert wird.

Social Recruiting Instagram

5. Instagram, Youtube, Snapchat & Co

Sucht Ihr Unternehmen vor allem Azubis, Werkstudenten, Trainees oder Praktikanten? Diese jüngeren Zielgruppen haben wahrscheinlich noch kein Profil in einem Karrierenetzwerk und Facebook scheint ihnen möglicherweise nicht mehr zeitgemäß. In diesem Fall sollten Sie über Unternehmens- oder Karriereprofile bei Instagram, Youtube oder Snapchat nachdenken.

Wichtig zu wissen ist, dass Unternehmen wie Nutzer auf diesen Kanälen durch Fotos und Videos mitunter recht private Einblicke in ihren Alltag gewähren. Es gilt vorab zu klären, ob und in welchem Ausmaß man das möchte und kann. 

Hier geht es vordergründig weniger um eine direkte Ansprache von Nutzern, sondern darum, ein authentisch anmutendes Bild vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern zu kreieren, das dann wiederum möglichst einen solchen Anklang findet, dass auch andere Nutzer unbedingt da arbeiten möchten. 

Verdeckte werbliche Inhalte kommen nicht gut an und werden von den Betreibern sanktioniert. Hier zählt vor allem Kreativität. Diese Portale runden Ihr Bild als attraktiver Arbeitgeber durch ansprechende Einblicke in den Firmenalltag ab und motivieren so potenzielle Bewerber zur Kontaktaufnahme. 

Nicht zu unterschätzen ist der nötige Zeitaufwand. Schließlich bringt es aber auch jede Menge Spaß, das eigene Unternehmen im gewünschten Licht in Szene zu setzen und vielleicht haben Sie bereits Mitarbeiter, die Lust auf eine solche kreative Aufgabe haben – womit wir nach der Mitarbeitersuche bei der Mitarbeiterbindung angelangt wären. Aber dazu mehr an anderer Stelle!

6. Fazit

Die Entscheidungskriterien beim Einsatz von Social Recruiting sind komplex und soziale Netzwerke entwickeln sich in rasantem Tempo weiter. Was heute gilt, kann morgen schon wieder völlig überholt sein. Es gilt schließlich, selber zu experimentieren, was funktioniert und was nicht.

Fakt ist: Potenzielle Bewerber wollen heute angesprochen werden.

Sie haben es in vielen Fällen schlicht nicht mehr nötig, aufwändige Bewerbungen zu verfassen. Sie können sich getrost finden lassen, zumal sie in der Regel bereits Jobs oder zumindest einige Angebote sicher haben, die ihnen eine entspannte Gangart bei der Suche nach neuen Herausforderungen ermöglichen. 

Bleiben Sie am Ball - Social Recruiting

Umso wichtiger ist es für Firmen, die vakante Stellen besetzen müssen, potenzielle Kandidaten auch in bestehenden Arbeitsverhältnissen zu erreichen, direkt mit interessanten Inhalten anzusprechen und sie so abzuwerben. Soziale Netzwerke bieten dafür einen spannenden Spielraum. Wer seine zeitlichen Ressourcen gut im Blick und Lust hat, in Social Media am Ball zu bleiben, baut hier langfristig ein Netzwerk interessanter Kandidaten, auch für zukünftige Jobvakanzen, auf.