Kreativ gendern im B2B-Marketing

Das zielgruppengerechte Spiel mit gendersensibler Sprache

Immer mehr Medienhäuser, Institutionen, Verwaltungen und Unternehmen schreiben sich eine gendersensible Sprache auf die Fahnen: Dabei geht es ihnen um sprachliche Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit und den Ausdruck dessen in Worten und Bildern. Die Umstellung auf eine gendersensible Sprache erfordert anfangs Zeit, etwas Mut und vor allem Kreativität, damit die Worte im Fluss bleiben.

Sollten B2B-Unternehmen gendern?

Das generische Maskulinum ist weit verbreitet. Dabei werden Frauen zwar theoretisch mit gemeint. Studien zeigen aber, dass die menschliche Wahrnehmung Frauen dann oft schlicht nicht mit einbezieht. Sprache bildet gesellschaftliche Strukturen ab und Geschlecht ist häufig immer noch eine Kategorie, die Hierarchie erzeugt. Dabei befindet sich die Gesellschaft im Wandel. Veränderungen im Sprachgebrauch drücken dies aus: Durch unsere Sprache können wir zu einem gleichberechtigten und wertschätzenden Umgang miteinander beitragen. Eine gendersensible Sprache vermeidet Missverständnisse, weil sie eindeutig benennt, wer gemeint ist. Außerdem können Unternehmen mit einer gendergerechten Sprache im Wettbewerb um gute Fachkräfte, aber auch im Neukundengeschäft punkten.

Vor der Umstellung auf eine gendersensible Sprache sollten sich Unternehmen zunächst einige Fragen stellen:
  • Gendersensible Sprache polarisiert: Wie positioniert sich unser Unternehmen?
  • Wer sind unsere Zielgruppen und wie stehen sie zu einer gendersensiblen Sprache?
  • Welche Themen besetzt unser Unternehmen und wie können unsere Inhalte gendersensibel kommuniziert werden?
  • Passt das Gendern zu unserer Unternehmenskultur und zu unseren Zielen im Bereich Corporate Social Responsibility?

Die wichtigsten Argumente für eine gendersensible Sprache im Überblick:


  • Unternehmen tragen eine gesellschaftliche Verantwortung: Durch eine gendersensible Sprache positionieren sie sich für Gleichwertigkeit.
  • Sie schaffen im Unternehmen ein gleichberechtigtes Werteumfeld.
  • Gendersensible Sprache trägt zu einer zielgruppengerechteren Ansprache bei.
  • Das Unternehmen positioniert sich als fortschrittlich, modern und flexibel.
  • Eine präzise Sprache vermeidet Missverständnisse.
  • Gleichberechtigung ist rechtlich geregelt.

Wie geht gendern?

Es gibt im Wesentlichen drei Wege für eine gendersensible Sprache in B2B-Unternehmen:

  1. Sichtbarmachen: Die weibliche und die männliche Form wird dabei ausgeschrieben. Das schafft Eindeutigkeit und trägt zur gleichberechtigten Wahrnehmung bei. Nachteil: Menschen, die sich außerhalb des binären Geschlechtssystems einordnen, fühlen sich nicht angesprochen.
  2. Neutralisieren: Unternehmen können genderbesetzte Worte neutral umformulieren (z.B. die Person, der Mensch, das Mitglied, die Leute, die Eltern, die Geschwister). Außerdem können substantivierte Partizipien und Adjektive mit Ableitungen auf -ung, -ion, -ium, oder -kraft sowie genderneutrale Pronomen (wer, alle, niemand, jemand) zum Einsatz kommen. Auch die Passivbildung schafft Neutralisierung. Geschlechtsneutrale Bezeichnungen eignen sich besonders, wenn die Zeichenzahl begrenzt ist und Texte kurzgehalten werden sollen.
  3. Splitting: Unternehmen können sich für die Verwendung von Kurzformen mit Schrägstrich */*, Binnen-I, Gendergap „_“, oder Gendersternchen „*“ entscheiden. Dabei hat sich der Genderstern inzwischen als Splittingform etabliert und steht für Vielfalt und Offenheit: Er spricht auch Menschen an, die sich außerhalb des binären Geschlechtssystems einordnen.

Anregungen für einen kreativen Einsatz gendersensibler Sprache

Beim Einsatz einer gendersensiblen Sprache gibt es oft kein richtig oder falsch. Wichtig ist, eine Sensibilität für das Thema zu wecken. Es gilt, wie immer beim Schreiben, den Kontext der Zielgruppen zu berücksichtigen. Ein häufig vorgetragenes Gegenargument zielt auf die mangelnde Lesbarkeit und Verständlichkeit einer gendersensiblen Sprache ab: Gute Lesbarkeit hatte auch vor Einführung einer gendersensiblen Sprache mit Kreativität zu tun. Es gilt deswegen auch beim Einsatz gendersensibler Worte, die Zielgruppen durch passgenaue Formulierungen zu erreichen. Dabei soll der Lesefluss selbstverständlich erhalten bleiben. Und dazu ist es für gute Texte weiterhin nötig, kreativ mit Sprache zu spielen.

Denkanstöße für das zielgruppengerechte Spiel mit gendersensiblen Worten:
  • Studien zeigen: Bei der Verwendung des Schrägstrichs fühlen sich Männer und Frauen gleichberechtigt angesprochen. Beim Binnen-I dagegen liegt der Frauenanteil aufgrund der orthographischen Nähe zur femininen Form bei über 50 Prozent. Neutrale Substantive führen häufig zu männlichen Assoziationen.
  • Finden Sie zunächst einen neutralen Oberbegriff und beschreiben Sie im Verlauf des Textes, wer etwas tut. Fragen Sie die handelnden Personen im Text imaginär, welche Schreibweise für sie passt.
  • Weitere Möglichkeiten für eine gendersensible Sprache sind die direkte Ansprache oder die Verwendung von Pluralformen. Das verbessert die Lesbarkeit vieler Sätze.
  • Sollen Frauen in einem Text stärker bedacht werden, kann das Binnen-I dazu beitragen.
  • Neutrale Formulierungen bieten sich bei längeren Texten an. Sie verbessern die Lesbarkeit und verkürzen den Text.
  • Die Leerstelle des Gendergap oder das Gendersternchen ermöglichen auch die sprachliche Darstellung derjenigen, die sich nicht eindeutig als Mann oder Frau verstehen.
  • Verwenden Sie die Beidnennung, wenn Sie Frauen und Männer in Ihrem Text sichtbar machen wollen.
  • Der Gender-Doppelpunkt ist eine barriereärmere Alternative, hat aber nicht die symbolische Kraft des Gendersternchens.
  • Kurzformen sollten im Sinne der Lesbarkeit sparsam zum Einsatz kommen. Dafür kann die Zahl der Personen reduziert werden.
  • Eine Studie belegt, dass Kinder im Grundschulalter das generische Maskulinum noch nicht verstehen: Sie haben dann nur Männer vor Augen.

Zur gendergerechten Sprache in zehn Schritten:

(1.) Sensibilisieren Sie Ihr Team, Partner*innen und Kunden*innen und erarbeiten Sie einen Leitfaden sowie ein Statement, in dem Sie darlegen, warum Sie sich für eine gendersensible Sprache entschieden haben.
(2.) Behalten Sie die Lesbarkeit im Blick.
(3.) Achten Sie auch auf Ihre Bildsprache.
(4.) Denken Sie bei Online-Texten an die Suchmaschinenoptimierung: Viele Kurzformen werden von Suchmaschinen nicht erkannt und sollten in Keywords vermieden werden.
(5.) Loben Sie Ihr Team und kommunizieren Sie positives Feedback.
(6.) Legen Sie einen Startzeitpunkt fest und bedenken Sie dabei die nötige Vorarbeit, wenn Dokumente, Broschüren oder Ihre Website angepasst werden müssen.
(7.) Erweitern Sie Ihre Schreibroutine und bedenken Sie auch das Gendern. Vermeiden Sie das generische Maskulinum. Wählen Sie stattdessen geschlechtsneutrale Formulierungen, wie Oberbegriffe, Synonyme, Umschreibungen oder Partizipien.
(8.) Beschreiben Sie Tätigkeiten, statt Personen zu benennen.
(9.) Schreiben Sie divers: Benutzen Sie für Personenbezeichnungen das Gendersternchen, den Gendergap oder auch den Doppelpunkt, am besten im Plural.
(10.) Seien Sie präzise: Je näher Sie mit Ihrem Satz an realen Personen sind, desto mehr kommt es auf die korrekte Bezeichnung an.

Gewinnen im Spiel mit gendersensibler Sprache

Sprache entwickelt sich analog zum gesellschaftlichen Wandel weiter. Moderne und wandelbare Unternehmen sollten ihre Corporate Language deswegen regelmäßig flexibel überdenken und sich mit der Frage befassen, wie eine gendersensible Sprache zum Einsatz kommen kann. Dabei schlagen sie mit einem kreativen Sprachgefühl gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie schaffen eine wertschätzende Unternehmenskultur, nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und der Lesbarkeit ihrer Botschaften tut das keinen Abbruch. Beim zielgruppengerechten, kreativen Spiel mit gendersensibler Sprache können alle Akteure nur gewinnen.

PR-Trend 2021: B2B-Podcasts

Was bringt das neue Jahr im Marketing-Mix? Während Social Media und Blogs ihren Siegeszug in B2B-Unternehmen fortsetzen, hält zunehmend ein bisher eher im B2C-Bereich verbreitetes Format Einzug auf die Agenda von PR-Verantwortlichen. Gemeint sind Podcasts, also Audiobeiträge im Episodenformat, welche Themen aufgreifen, kurz vertiefen und Lösungen anbieten.

Warum sollten B2B-Unternehmen im neuen Jahr in Podcasts investieren?

PR-Trend 2021: Podcasts1. Ein Podcast holt Nutzer in ihren Bedürfnissen ganz individuell ab: Podcasts werden zeit- und ortsunabhängig konsumiert. Ein Audiobeitrag kann nebenbei gehört werden, z.B. im Zug oder Auto auf dem Weg zur Arbeit. Nutzer schätzen es, ihre Zeit flexibel und sinnvoll zu nutzen. Dabei wählen die Hörer die Beiträge nach ihren persönlichen Interessenlagen aus, so dass Aufmerksamkeit garantiert ist.

2. Podcasts verschaffen einen Wettbewerbsvorteil: B2B-Unternehmen können sich mit Podcasts als Experten in ihrem spezifischen Themenumfeld positionieren. Interessenten können sich durch gut aufbereitete und verständliche Inhalte gleich selbst ein Bild von der Expertise des Unternehmens machen. Da die Podcast-Dichte im B2B-Umfeld noch gering ist, stehen die Chancen gut, mit den eigenen Themen eine Informations-Lücke zu füllen.

3. Greifbares Branding: Podcasts vermitteln im Gegensatz zu Content Marketing in Textform Nähe durch den Einsatz der Stimme. Über die Stimme lassen sich neben den Inhalten noch viel mehr Informationen vermitteln: Tonalität, Emotionen, Ironie, ... Das schafft Authentizität und Persönlichkeit.

4. Weitere Schnittstelle zum Kunden: Einmal erstellt und veröffentlicht können Postcasts crossmedial verlinkt und geteilt werden. So ergeben sich vielfältige neue Kontaktpunkte zur Zielgruppe. Das verleiht dem Vertrieb neuen Aufschwung: neue Inhalte, mehr Leads, weitere USPs.

Podcast: Mehrwert on demand5. Wachsendes Potenzial abgreifen: Die Nutzerzahlen von Podcasts sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Dabei nutzen noch wenige Unternehmen die Möglichkeit, Podcasts zu veröffentlichen. Das bietet viel Potenzial, ein noch wenig umkämpftes Themenumfeld zu besetzen. Unternehmen können sich hier jetzt als Marktführer positionieren.

6. Kundenbindung: Podcast-Hörer sind loyal. Sie abonnieren für sie relevante Kanäle häufig, werden so automatisch über neue Episoden informiert und schalten regelmäßig ein. Wer durch guten Content oder Entertainment überzeugt wurde, bleibt meist auch dabei.

Schritt für Schritt zum B2B-Podcast

Wie also vorgehen, wenn 2021 im Unternehmen den ersten Podcast hervorbringen soll?

1. Ziele festlegen: Was soll mit dem Podcast konkret erreicht werden? Wen soll der Podcast ansprechen? Wie soll der Podcast in den Marketing-Mix integriert werden? Soll die Tonalität nahbar und locker oder professionell-distanziert sein? Steht Informationsdichte im Zentrum oder Unterhaltung?

Podcast: Gute Planung ist alles2. Inhalte definieren: Welche Themen bieten sich an? Wie lassen sich die Themen in spezifische Aspekte herunterbrechen? Vor welchen Herausforderungen stehen die Kunden und welche Lösungen bietet das Produktportfolio? Es ist empfehlenswert, einen langfristigen Themenplan mit inhaltlich abgestimmter Logik zu definieren.

3. Aufbau der Beiträge strukturieren: Zentral ist eine gute Vorbereitung. Unternehmen sollten die einzelnen Beiträge genau planen und ein Skript für die Aufnahme erstellen. Außerdem gilt es zu klären, ob der Podcast reine Expertenbeiträge bereitstellt, ob er Themen in Interviewform aufbereitet, ob auch externe Gäste eingeladen werden sollen und in welchem Mix und mit welcher Frequenz dies umgesetzt wird.

Podcast Aufnahme Mikrofon4. Aufnahme: Bei der Aufnahme des Podcast muss zunächst ein geeigneter Raum mit möglichst wenig Hall und Hintergrundgeräuschen gewählt werden. Außerdem benötigt das Produktionsteam ein gutes Mikrofon, eine passende Aufnahmesoftware und das vorbereitete Skript.

5. Schnitt und Postproduktion: Im Anschluss an die Aufnahme des Beitrags muss das Material auf die gewünschte Länge zugeschnitten werden, holprige Passagen entfernt und unerwünschte Pausen gelöscht werden. Außerdem können Geräusche oder Versprecher entfernt und Elemente wie Jingle, Intro oder Outro eingefügt werden. So steigern Unternehmen den Wiedererkennungswert ihres Podcast.

6. Shownotes verfassen: Für einen suchmaschinenoptimierten Podcast müssen Unternehmen eine Zusammenfassung (Shownotes) mit den zentralen Inhalten, weiterführenden Links und relevanten Keywords zur Verfügung stellen.

7. Podcast branden: Der Wiedererkennungswert lässt sich steigern, indem der Podcast ein zum Corporate Design passendes Cover erhält. Dieses Cover erscheint in den Podcast-Charts und -Bibliotheken und soll ein professionelles und zum Unternehmen passendes Erscheinungsbild gewährleisten.

8. Podcast-Feed anlegen: Schließlich geht es an die Veröffentlichung. Über externe Hosts wie Libsyn, Podcaster oder SoundCloud sowie über entsprechende Plugins auf der Unternehmens-Website können Podcasts veröffentlicht werden. Dabei ist es für Unternehmen empfehlenswert, auf einen zahlungspflichtigen Podcast-Host zu setzen. Denn bei kostenlosen Anbietern zahlen Nutzer mit ihren Daten.

Social Recruiting

9. Podcast bei iTunes und Spotify einreichen: In der Regel genügt es, den Podcast auf iTunes und Spotify hochzuladen, da die übrigen Podcast-Apps sich an den Podcast-Feeds von Apple und Spotify bedienen.

10. Podcast bewerben: Schließlich sollten Unternehmen ihren Podcast umfassend vermarkten: Neben den Corporate Social Media Kanälen bieten sich beispielsweise auch die Unternehmenswebsite, Kundenpräsentationen oder der Newsletter an.

Was Kunden wollen: Mehrwert „on demand“

Podcasts bieten, was moderne Konsumenten wollen: Kostenlose Informationen nach Interessenlage flexibel auf Knopfdruck und jederzeit verfügbar. Nutzer entscheiden sich also bewusst für ein Thema: Aufmerksamkeit ist garantiert. Einer Studie der Goldmedia POD-Ratings.com zufolge verzeichnet Deutschland 2020 über 10 Millionen aktive Podcast-Hörer. Wissens- und Nachrichtenbeiträge sind bei der kaufkräftigen Zielgruppe der 30 bis 69-Jährigen besonders gefragt: Ein Themenumfeld, in dem sich B2B-Unternehmen mit Expertenbeiträgen positionieren sollten.

Podcast: ortsunabhängig und flexibelUnternehmen können Zielgruppen mittels Podcasts umfassend über ihre Themen informieren und Mehrwert bieten. Außerdem schafft der Podcast über die Stimme eine persönliche Kundenbeziehung, die durch die Regelmäßigkeit der Beiträge auf einem soliden, langfristigen Fundament aufbaut.

Podcasts lassen sich zudem ressourcenschonend produzieren und über die unterschiedlichen Unternehmenskanäle wiederverwenden. Dabei empfiehlt es sich, mit drei bis fünf Beiträgen an den Start zu gehen, so dass Nutzer bei Interesse gleich weiter hören kann. Als Frequenz bietet sich eine monatliche oder quartalsweise Erscheinungsweise an.

Wer im neuen Jahr auf nachhaltige Kundenbeziehungen setzt, ist mit Podcasts auf einem guten Weg!

Litigation-PR: Reputationsschäden im Rechtsstreit durch gezielte Kommunikation reduzieren

Reputationsverlust auf der Anklagebank

Mit Litigation-PR Imageschäden reduzieren

Das Verhältnis zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Justiz ist zwiegespalten: Auf der einen Seite gilt das Recht auf Information, auf der anderen Seite wird ein unabhängiges Urteil durch die in den letzten Jahren sprunghaft gestiegene Medienberichterstattung aus dem Gerichtssaal nachweislich erschwert. Massive Folgen hat die Medienberichterstattung nicht zuletzt für die betroffene Person selber: Immer häufiger sehen sich Angeklagte in den Medien Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte ausgesetzt. Aktive Litigation-PR, also Kommunikation im Rechtsstreit, ist vor allem für diejenigen sinnvoll, die einen Reputationsverlust mit persönlichen und wirtschaftlichen Folgen fürchten müssen. Denn während im Gerichtssaal im Zweifel für den Angeklagten entschieden wird, ist die Öffentlichkeit in Strafverfahren gnadenlos misstrauisch getreu dem Motto: Irgendwas wird schon dran sein. Dabei haben Studien ergeben, dass eine Interviewverweigerung im öffentlichen Auge einem Schuldeingeständnis gleicht. Wie also können Angeklagte in einem Strafverfahren dem drohenden Reputationsverlust Einhalt gebieten?

Fünf Thesen zur Litigation-PR im Rechtsstreit

1. Vorsorge ist besser als Nachsorge

Mit Litigation-PR Imageschäden im Rechtsstreit reduzierenNach der Krise ist vor der Krise: Deswegen sind Prävention und Issues Management das A&O. Medienkanäle on- und offline müssen fortlaufend im Blick behalten werden, um Themen mit Krisenpotenzial frühzeitig zu erkennen. So lassen sich Krisen mitunter von vornherein vermeiden und es kann frühzeitig durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen gegengesteuert werden. Außerdem sollte im Idealfall bereits in friedlichen Zeiten ein Krisenkommunikations-Handbuch erstellt werden. Darin werden mögliche Szenarien mit entsprechenden Maßnahmen antizipiert, so dass im Krisenfall darauf zurückgegriffen werden kann. Hier werden Ansprechpartner, Kommunikationskanäle, spezialisierte Verteiler, wichtige Stake- und Shareholder sowie Kernbotschaften und Sprachregelungen vorab definiert. Das spart in der Krise Zeit und setzt für die Beteiligten im Krisenfall Ressourcen frei, um mit mehr Ruhe auf die jeweilige Situation eingehen zu können. Außerdem kann eine sogenannte „Dark-Site“ vorbereitet werden: eine Website mit ersten Informationen zur Situation, die im Krisenfall schnell online gehen kann. Ebenfalls bereits in ruhigen Fahrwassern hilfreich sind der Aufbau und die Pflege von Medienkontakten und Verbündeten, die in der Krisenkommunikation angesprochen werden können.

2. Fakten sammeln, Ziele setzen, strategisch vorgehen

Litigation-PR: MedienechoZieht im Krisenfall ein kritisches Medienecho auf, ist ein strategisches Vorgehen notwendig. Es sollten zunächst alle verfügbaren Fakten zum Sachverhalt zusammengetragen und schriftlich fixiert werden. Dazu gehört auch, sich einen umfassenden Überblick über die bisherige Medienberichterstattung zu verschaffen: Welche Medienanfragen liegen vor und was wurde bereits On- und Offline von wem in welcher Tonalität berichtet? Außerdem sollten Betroffene auch unter Zeitdruck eine Strategie entwickeln, mögliche Szenarien mit gezielten Maßnahmen, Positionen, Kernbotschaften und Sprachregelungen antizipieren, Fact-Sheets zu spezifischen Fachthemen vorbereiten und Zuständigkeiten, wie beispielsweise die Sprecherfunktion, eindeutig regeln. Ebenso müssen die Zielgruppen analysiert werden: Wer soll mit den Botschaften erreicht werden und wie sieht die angemessene Form der Ansprache aus? Die Zielsetzung aller Maßnahmen ist dabei klar: Reputationsschäden abwenden und das Image schützen sowie ggf. wiederaufbauen. Zudem sollen die Maßnahmen die rechtlichen Ziele stützen, Vertrauen herstellen und Wissen zum Sachverhalt vermitteln.

Litigation-PR: Pressearbeit im Rechtsstreit
Mögliche Instrumente der Litigation-PR sind:
  • Ein gut platziertes Exklusivinterview
  • Vertrauliche Hintergrundgespräche mit Medienvertretern
  • Pressekonferenzen
  • Eine eigens für die Krisenthematik eingerichtete Website
  • Pressemitteilungen
  • Social Media Beiträge in schriftlicher Form oder als Videobotschaft, versehen mit sorgfältig ausgewählten Fotos und Grafiken
  • Mitarbeitermailings und Intranet-Posts zur internen Kommunikation

3. Krisenkommunikationsregeln im Umgang mit den Medien

Litigation-PR ermöglicht es betroffenen Akteuren durch gezielte Themensetzung, den Fokus der öffentlichen Berichterstattung zu lenken. So können auch solche Themen auf die mediale Agenda kommen, welche langfristige Reputationsschäden minimieren können. Dabei ist es ratsam, sich der Krise unmittelbar anzunehmen und vertrauensvolle Beziehungen zwischen allen Akteuren zu pflegen. Dazu bedarf es überzeugend aufbereiteter Argumente und belastbarer Kontakte zu den relevanten Multiplikatoren. Beachten sollten Kommunikatoren stets die Zielgruppe, an die sie sich wenden: So muss Pressematerial nicht alle juristischen Fakten enthalten und darf auch zugespitzte, wenngleich stets rechtliche belastbare Aussagen liefern. Dabei sollten verständliche Formulierungen gewählt werden, welche zur Berichterstattung und Tonalität des jeweiligen Mediums passen.

Bei der Verdachtsberichterstattung sind Journalisten zur sorgfältigen Recherche verpflichtet: Es muss zunächst ein belastbarer Mindestbestand an Beweissachen vorliegen, die Berichterstattung darf nicht einseitig erfolgen und vor Veröffentlichung eines Verdachts muss die Stellungnahme des Betroffenen eingeholt werden. Bei Medienanfragen ist es ratsam, Fragen stets schriftlich anzufordern und diese zeitnah innerhalb eines bzw. weniger Tage ebenfalls schriftlich zu beantworten, da die Medien ein Interesse an kurzfristiger Berichterstattung haben. Nur in schriftlicher Form sind die Aussagen belastbar. Es ist in jedem Fall sinnvoll, mediale Anfragen anzunehmen und möglichst zu beantworten, denn nur so ist der Betroffene vorab auf den medialen Sturm und seine konkreten Inhalte vorbereitet und kann frühzeitig eigene Maßnahmen in Erwägung ziehen. Zudem entfällt die Verpflichtung der Medien, Stellungnahmen der Betroffenen in die Verdachtsberichterstattung aufzunehmen, wenn jeglicher Kommentar grundsätzlich abgelehnt wird. Damit verschenken Betroffene von vornherein die Möglichkeit, den Medientenor zu ihren Gunsten zu wenden.

Litigation-PR: RechtskommunikationVon Stellungnahmen der persönlich Betroffenen vor der Kamera ist abzuraten: Hier kann ein Sprecher zum Einsatz kommen, der sich die Fragen vorab vorlegen lassen sollte, um dann kurz in jeweils isoliert zitierfähigen Sätzen darauf einzugehen. Bei der inhaltlichen Aufbereitung der Kommunikationsmaßnahmen müssen sich Betroffene darüber im Klaren sein, dass ihren rechtlich korrekten Argumenten möglicherweise ein heftiger Gegenwind im öffentlichen Diskurs entgegenkommt: Berücksichtigung finden sollte deswegen in der Krisenkommunikation immer auch das Moral- und Gerechtigkeitsempfinden der Zielgruppen.

Weitere Regeln im Umgang mit den Medien im Krisenfall:
  • Wer nicht spricht, über den wird gesprochen.
  • Journalisten sollten sich stets ernst genommen fühlen: Zwischenmenschlich macht der Ton die Musik.
  • Redaktionelle Abläufe, wie tägliche Redaktionskonferenzen oder Redaktionsschlüsse sollten in der kommunikativen Maßnahmenplanung Berücksichtigung finden.
  • Gezielt eingesetzte Unwahrheiten kommen immer ans Licht.
  • Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, das Journalisten mit Respekt behandelt wissen möchten.

4. Evaluation, Nachbereitung und Anpassung der Litigation-PR Strategie

Zentral ist für eine strategische Litigation-PR ein stetes Medienmonitoring: Alle Kanäle müssen fortlaufend im Auge behalten werden, um rechtzeitig Strategieanpassungen vornehmen und wo nötig gezielt Themen setzen zu können. Werden Falschdarstellungen in den Medien festgestellt, hat dies mitunter große Bedeutung für vom Rechtsstreit direkt betroffene Personen. Aufgabe der Litigation-PR ist es dann, Journalisten sachlich und möglichst ohne Androhung juristischer Folgen eine Richtigstellung vorzulegen. Gerade Online-Redaktionen haben Möglichkeiten, kurzfristig für eine korrekte Darstellung zu sorgen. Ist die Krise gemeistert, kommt die Nachbereitung: Die Lessons Learned müssen dokumentiert und in das Krisenhandbuch integriert werden. Außerdem wird im Nachgang der Krise eruiert, inwiefern gezielt Maßnahmen zur Behebung der entstandenen Reputationsschäden auf den Weg gebracht werden müssen.

5. Plädoyer für eine Synthese aus Kommunikations- und Rechtswissenschaft in der Litigation-PR

Rechtskommunikation, Litigation-PRDer öffentliche Diskurs zu Rechtskommunikation und Litigation-PR wird dominiert von Volljuristen. Die Praxis der Öffentlichkeitsarbeit für diverse Branchen zeigt jedoch, dass gemischte Kommunikationsteams aus Experten auf dem jeweiligen Fachgebiet auf der einen Seite und Kommunikationswissenschaftlern auf der anderen Seite gemeinsam effektivere Kampagnen zum Reputation Management planen, durchführen und evaluieren können.

Wie in den meisten Bereichen ist es auch in der Rechtskommunikation sinnvoll, die Stärken unterschiedlicher Personen und Fachgebiete zusammenzuführen und im Sinne eines wirkungsvollen Reputation Management in der Krise zu kumulieren. So kann die Aufgabe von Juristen in der Litigation-PR darin bestehen, die dringend erforderlichen rechtliche Aspekte der Kommunikationsstrategie beizusteuern: etwa die inhaltlich korrekte Wiedergabe rechtlicher Sachverhalte zu prüfen, die Umsetzung rechtssicherer Kommunikationsmaßnahmen zu steuern oder die Einleitung etwaiger medienrechtlicher Schritte zu übernehmen.

Die Aufgabe von Kommunikationswissenschaftlern hingegen liegt in der inhaltlichen Ausgestaltung der Kernbotschaften und strategischen Maßnahmenplanung sowie in der Erstellung und Platzierung von Kommunikationsmaterial, das den Anforderungen der Medienvertreter und spezifischen Mediankanäle genügt. Dabei erfolgen alle Schritte stets in engem Austausch zwischen den beiden Disziplinen.

Fazit

Litigation-PRDie Litigation-PR ist eine noch junge Kommunikationsdisziplin. Mit der seit einigen Jahren zu beobachtenden zunehmenden Medienberichterstattung aus dem Gerichtssaal erlebt sie eine steigende Nachfrage. Sie steht noch am Beginn einer fachbereichsübergreifenden Auseinandersetzung über wirkungsvolle strategische Kommunikationskampagnen. Ihr Beitrag für die vom Reputationsverlust bedrohten Angeklagten ist bereits heute existenziell.

So optimieren Sie Ihre Google Ads Kampagnen

Mehr Leads, gleiche Kosten, steigender Umsatz

Wer bei Google nicht auf der ersten Seite der Suchergebnisse erscheint, existiert nicht. Und verschenkt die Möglichkeit auf Umsatz – an Wettbewerber, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Immer mehr kleine und mittelständische B2B-Unternehmen (KMU) nutzen die Vorteile von Anzeigen über Google Ads.

In Zeiten von Pandemie, Homeoffice und Telearbeit erreichen B2B-Unternehmen heute noch mehr potenzielle Interessenten über Suchmaschinen, weil sie im Rahmen der virtuellen Zusammenarbeit mehr Zeit am Bildschirm verbringen. Gut beraten ist dabei das Unternehmen, welches diese Chance nutzt.

Mit Anzeigen via Google Ads, die auf den ersten Positionen der Google-Suchergebnisseite erscheinen, können Unternehmen zu den relevanten Keywords in ihrem Marktsegment auf sich aufmerksam machen. Dabei legen die Werbetreibenden fest, zu welchen Suchbegriffen ihre Anzeige ausgespielt wird. Kosten entstehen erst dann, wenn die Anzeige geklickt wird und der Interessent auf diese Weise auf die hinterlegte Zielseite (Landingpage) weitergeleitet wird.

Eine Google Ads Kampagne ist schnell eingerichtet. Ebenso schnell stellen Unternehmen aber fest, dass ihre Anzeige nicht ausgespielt wird, dass es keinen Zuwachs an Anfragen gibt oder dass dem deutlich gestiegenen Marketing-Budget nicht der erhoffte Zuwachs an Leads gegenübersteht. Kampagnen müssen fortlaufend gepflegt und optimiert werden. Was das in konkreten Maßnahmen heißt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Grundsätzlich gilt für Google Ads:

• Nutzen Sie so viele Anzeigenerweiterungen wie möglich!
• Richten Sie ein Conversion-Tracking ein!
• Erstellen Sie mindestens drei Anzeigen pro Anzeigengruppe!
• Achten Sie auf einen hohen Qualitätsfaktor!

Werden Sie sich Ihrer Ziele bewusst!

Zu Beginn der Kampagnen-Optimierung muss klar sein, welche Ziele im Fokus stehen sollen. So stellen Sie sicher, dass die Maßnahmen passend für Ihre Anforderungen umgesetzt werden.

Typische Ziele sind zum Beispiel:

• die Neukundengewinnung,
• Kundenbindung,
• die Generierung von Conversions,
• die Steigerung der Bekanntheit und
• der Website-Besuche oder die
• Keyword-Optimierung.

Optimieren Sie Ihren Qualitätsfaktor!

Zentral für die Optimierung Ihrer Google Ads Kampagnen sind die Keywords. Eine gute Keyword-Strategie honoriert Google mit einem hohen Qualitätsfaktor. Und der entscheidet gemeinsam mit dem maximalen Cost-per-Click (CPC) maßgeblich darüber, ob eine Anzeige im Wettbewerb um die besten Anzeigenpositionen ausgespielt wird oder nicht. Eine gute Anzeigenqualität katapultiert Ihre Anzeige also auch bei geringem Budget auf Rang 1 der Sucherergebnisseite – solange bis das Tagesbudget aufgebraucht ist.

Bedeutsam zur Ermittlung des Qualitätsfaktors sind unter anderem:

• Die Klickrate (Click-through-rate oder CTR)
• Die Relevanz der Zielseite für Suchende
• Die Keywordrelevanz für Anzeigen und Nutzer

Optimieren Sie Ihre Keywords regelmäßig!

Ob ein Begriff relevant ist, erkennt Google auch daran, ob ein Keyword an prominenter Stelle, also beispielsweise in Überschriften, im Anzeigentext und auf der hinterlegten Zielseite auftaucht.

Der Leistung Ihrer Keywords kommt bei der Kampagnenoptimierung eine Schlüsselfunktion zu. Ein Indikator hierfür ist die Klickrate: Sie sollte mindestens 1 Prozent betragen.

Bei der Auswahl der Keywords Ihrer Google Ads Kamagne kann beispielsweise der Google Keyword-Planner zum Einsatz kommen. Das Tool gibt neben verwandten Suchanfragen auch das monatliche Suchvolumen für bestimmte Keywords an. Er bietet er einen Suchanfragen-Bericht, der anzeigt, welche Suchbegriffe auf Ihre Seite geführt haben. Das liefert interessante Anhaltspunkte für neue Keywords, mit denen sich Kampagnen optimieren lassen. Der Bericht lässt sich zudem nach Klicks und Conversions ordnen: Keywords, die eine besonders hohe Klickrate von über 2 Prozent aufweisen, sollten Ihrer Kampagne hinzugefügt werden

Wichtige Fragen zur Keywordoptimierung

• Liegt der Qualitätsfaktor einzelner Keywords unter 5?
• Findet sich das Keyword in der Anzeigenüberschrift und auf der Landingpage wieder?
• Fokussieren Sie Ihre Keywords auf solche mit einem hohen Qualitätsfaktor: Ein niedriger Durchschnitt erhöht die Kosten und senkt so den Return-on-Invest (ROI).
• Erzielen Keywords mit einer CTR von 0 Prozent Impressionen? Falls nicht, sollten Sie diese entfernen.
• Liegt die CTR für einzelne Keywords zwischen 1,5 – 2,5 %, sollten Sie prüfen, ob die Begriffe sich in der Anzeige wiederfinden und die Anzeige inhaltlich zum Keyword passt.
• Stehen die Kosten im Verhältnis zu den Conversions? Wie hoch ist der CPA (Cost-per-Acquisition)?

Sorgen Sie für relevante Anzeigen!

Gute Keywords sind nur dann wirklich gut, wenn sie in gute Anzeigen integriert sind. Die Google Ads Anzeige ist das Tor zu Ihrer Website, zu Ihren Produkten und Leistungen und schließlich zur konkreten Anfrage. Sie soll Interesse wecken und einen Mehrwert bieten, damit die Suchenden mit echter Kaufabsicht per Klick auf Ihre Website gelangen. Dabei steht die Anzeige im umkämpften Wettbewerb mit anderen Werbetreibenden zum selben Suchbegriff. Sie muss sowohl den Google-Algorithmus qualitativ überzeugen als auch potenzielle Kaufinteressenten ansprechen.

Das macht gute Google Ads Anzeigen aus:

• Das Keyword muss sich in Anzeigentext- und Überschrift wiederfinden.
• Die Zielgruppe sollte direkt angesprochen werden und sich angesprochen fühlen.
• Die Anzeige muss die wichtigsten Fragen auf einen Blick beantworten.
• Die Alleinstellungsmerkmale (USPs) sollten Widerhall finden.
• Die Anzeige sollte eine Handlungsaufforderung (Call-to-Action) enthalten.
• Die Anzeige sollte möglichst viele Anzeigenerweiterungen enthalten. Diese sind kostenlos und bieten Suchenden weitere Informationen, mit denen das Kaufinteresse weiter eingegrenzt wird und Klicks gezielter erfolgen können.

Fazit

Die Kriterien für gute Google Ads Kampagnen sind komplex, die Auswertungsmöglichkeiten umfassend und der Algorithmus entwickelt sich wie der Wettbewerb stetig weiter.

• Behalten Sie Ihre Kampagnen deswegen fortlaufend im Blick!
• Testen Sie die Keywords und Anzeigenleistung über einen Zeitraum von circa 30 Tagen!
• Vergleichen Sie die Indikatoren über festgelegte Zeiträume!
• Treten Sie in regelmäßige Korrespondenz mit Google hinsichtlich Optimierungspotenzialen.

Da dies gerade im Alltagsgeschäft von KMU zeitlich und personell kaum zu stemmen ist, empfiehlt es sich oftmals, das Search Engine Marketing (SEM) in professionelle Hände zu legen.

Sprechen Sie uns an!

Wer jetzt an Kommunikation spart, verschenkt Leads

Fünf Tipps, wie Sie sich mit Online-Marketing B2B-Wettbewerbsvorteile trotz Krise sichern

Der erste Impuls in Krisenzeiten ist es, Kosten zu minimieren. Das ist verständlich. Wer dabei aber an der Kommunikation spart, setzt, wie zahlreiche Studien belegen, aufs falsche Pferd. Unternehmen, die in Krisenzeiten mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern in Kontakt bleiben und diesen sogar intensivieren, gehen mit deutlichen Wettbewerbsvorteilen aus der Krise hervor.

Kommunikation in der Krise bringt Leads für eine schnelle Konsolidierung

Es gibt zahlreiche empirische Studien zur Effektivität von Markenkommunikation in Krisenzeiten. Sie belegen einen positiven Effekt von Werbeinvestitionen in der Krise auf die Umsatzentwicklungen in der Zeit danach: Gerade in Krisenzeiten können Unternehmen sich einen Vorsprung gegenüber Firmen verschaffen, die ihr Werbebudget einfrieren. Denn wo weniger geworben wird, buhlen weniger Wettbewerber um die Aufmerksamkeit der wichtigen Zielgruppen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Botschaft ankommt, steigt. Und wer jetzt Leads generiert, hat nach der Krise neue Kunden.

Corona-Pandemie: B2B-Stakeholder nutzen verstärkt Social Media

Die Besonderheit der Corona-Krise im Vergleich zu früheren Rezessionen liegt in der Digitalisierung: Die Nutzungszahlen digitaler Medien sind seit Ausbruch der Pandemie geradezu durch die Decke gegangen. Im Zuge des Social Distancing haben die Menschen sich noch stärker den sozialen Medien und Webinhalten zugewandt. Dieser Effekt ist auch im B2B-Bereich relevant, denn auch Mitarbeiter, Kunden, Partner und Leads nutzen sie nun deutlich intensiver. Wer nun Online-Marketing-Kampagnen stoppt, Social Media Kanäle ruhen lässt, auf Investitionen in aktuellen Content verzichtet und erstmal den Kopf in den Sand steckt, der verliert in der Digitalisierungswelle den Anschluss an die relevanten Zielgruppen. Denn der Wettbewerb ist jetzt aktiv.

Worauf kommt es jetzt also an? Hier fünf Tipps für Ihre Kommunikation in der Corona-Krise:

1. Vermitteln Sie Sicherheit durch Präsenz!

Es geht in Krisenzeiten zuallererst darum, Sicherheit zu vermitteln und Vertrauen zu stärken. Das geht am besten durch Präsenz: Sie müssen Kunden, Mitarbeitern, Partnern und Leads vermitteln, dass Sie auch in der Krise weiter erreichbar sind. Geben Sie hilfreiche Tipps, wie Ihre Stakeholder mit Ihnen und Ihren Produkten und Dienstleistungen gut durch die Krise kommen! Gewähren Sie Einblicke, wie Sie die Krise meistern! Schaffen Sie so ein Gefühl der Verbundenheit! Social Media, Newsletter, Website, Briefe: Pflegen Sie weiterhin alle Ihre Kanäle und vermitteln Sie so Sicherheit und Permanenz. Das sichert Ihnen langfristiges Vertrauen und einen Vorsprung gegenüber Firmen, die sich jetzt zurückziehen.

2. Setzen Sie jetzt auf Suchmaschinenoptimierung, Google Ads und Social Media Marketing!

Kunden und Interessenten haben heute fast ausschließlich über Online-Kanäle die Möglichkeit, Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen kennenzulernen. Wichtiger denn je ist es da, durch optimierte Suchmaschinenoptimierung gefunden zu werden. Auch wenn der erste Impuls verleitet, das Budget zu minimieren, verschenken Unternehmen so doch die Chance, bei gesteigertem B2B-Suchvolumen, unter den vordersten Zehn mitzumischen. Sinnvoller als ein Einfrieren von Kampagnen ist eine inhaltliche Neuausrichtung: Anzeigentexte und SEO-Content sollten angepasst werden und jetzt stärker Sicherheit vermitteln, Erreichbarkeit betonen und Kontinuität sowie Lösungskompetenz in den Fokus stellen.

3. Leadgenerierung endet nicht bei der E-Mail-Adresse: Treten Sie in Kontakt!

Gerade in Krisenzeiten sind Leads bedeutsamer denn je. Im B2B-Bereich hat die Leadgenerierung vielfach oberste Priorität. Viele Unternehmen fokussieren sich dabei aber sehr stark auf die Gewinnung von Kontaktdaten. Mit unpersönlichen E-Mails und einem Akquise-Anruf ist heute aber nicht mehr viel zu holen. Es geht um einen langfristigen Aufbau von Kundenbeziehungen. Dafür müssen Sie mit den Zielgruppen in Kontakt treten, auch und gerade in der Krise: Über Newsletter, eine gepflegte, ansprechende und aktuelle Website, über Social Media Kanäle, über informativen Content, über Suchmaschinen. All diese Kanäle sind wichtige Kontaktpunkte im Vertrieb und tragen zu einem überzeugenden, zukunftsorientierten Marketing bei. Die Kommunikation endet nicht in der Krise, denn Entscheider haben auch und vielleicht gerade dann ein offenes Ohr für gute Lösungen.

4. Geben Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht!

Wir sind inzwischen so an Youtube, Instagram, Snapchat und Messenger-Dienste gewöhnt, dass wir immerzu visuelle, schnell zu erfassende Inhalte erwarten. Wir wollen Menschen, Fotos und Grafiken sehen, die eine interessante Botschaft auf den ersten Blick transportieren. Umso wichtiger ist es heute für B2B-Unternehmen, reale Einblicke in die Heiligen Hallen zu gewähren, sich zu zeigen: Wer sind die Mitarbeiter? Was hat der Chef Interessantes zu sagen? Wie sieht es hinter den Kulissen aus? Wie gehen die mit der Krise um? Menschen erzielen Aufmerksamkeit. Und gerade im Social Distancing wollen wir sie sehen. Das schafft Nähe und Vertrauen – zentrale Aspekte in der Krisenkommunikation und im erfolgreichen Vertrieb.

5. Experimentieren Sie mit neuen Formaten!

Zahlreiche Messen sind infolge der Kontaktbeschränkungen ausgefallen. Die dafür vorbereiteten Inhalte sind aber nicht verloren. Viele Unternehmen nutzen diese jetzt in virtuellen Messen, Online-Produktpräsentationen, Webinaren oder Podcasts. Audio- und Video-Formate erleben einen enormen Schub. Gut beraten ist, wer jetzt einsteigt und Erfahrungen damit sammelt. Wer diese Investitionen verschiebt, droht im Kampf um Leads digital abgehängt zu werden. Denn der Wettbewerb schläft nicht.

Fazit

Wer jetzt an Kommunikation spart, verschenkt Leads: an Wettbewerber, die in Zeiten, wo wir fast ausschließlich digital in Beziehung treten müssen, bei Google gefunden werden, bei Instagram gute Stories posten, die einen Newsletter mit Mehrwert verschicken, hilfreichen Content erstellen oder zu informativen Webinaren einladen. Ziehen Sie also den Kopf aus dem Sand und treten Sie wieder in Kontakt!

Messe ade – Digital juchhe

Abgesagte Messen führen zu innovativen Online-Marketing-Ideen der Aussteller

Für Messebetreiber, Aussteller und Besucher ist die kurzfristige Absage einer Messe eine wirtschaftliche, emotionale und motivationale Katastrophe: Die Vorbereitungen sind weit fortgeschritten und hohe Beträge in den Messestand, Give-aways und geplante Live-Veranstaltungen geflossen. Zudem waren enorme personelle Ressourcen bereits Monate im Voraus stark gebunden. Derzeit jagt infolge der Corona-Pandemie eine Messeabsage der nächsten. Und während dies viele Subunternehmer existenzkritisch trifft, setzen Aussteller inzwischen auf kreative und innovative digitale Formen der Produktpräsentation.

Buchmesse: Virtuelles Programm vieler Verlage unter #leidernichtleipzig

Während der abgesagten Leipziger Buchmesse in der kommenden Woche (12. bis 15. März 2020) werden viele Verlage unter Hashtags wie #leidernichtleipzig, #lbmonline2020 oder #buecherhamstern auf Social Media Plattformen wie Instagram oder Facebook Gewinnspiele und Aktionen anbieten. Zudem wird es Live-Stream-Events und Online-Lesungen geben. Auf diese Weise wird die Messe virtuell als Online-Event trotz Absage erlebbar.

Virtuelle ITB: Gratis E-Magazin

Die ITB, die gerade in Berlin stattfinden sollte, veröffentlicht trotz Absage ihre tägliche Messezeitung online. So werden Neuheiten der Aussteller trotzdem kommuniziert. Außerdem hat der Messebetreiber Aussteller, die wegen gebuchter Hotels trotzdem nach Berlin kommen, dazu aufgerufen, Fotos von ihrer „Messe“ zu teilen. Außerdem hat die ITB jüngst die digitale Plattworm itb.com gelauncht, über die sich die Reisebranche ganzjährig vernetzen kann. Vom 5. bis zum 11. März 2020 wird es hier einen virtuellen ITB-Kongress mit mehr als 20 Live-Streams und Videos on-demand geben.

Genfer Autosalon: Online-Live-Events mit hoher Reichweite

Auch der Genfer Autosalon hätte in diesen Tagen stattfinden sollen. Statt Live-Vorstellung von neuen Modellen präsentieren viele Autobauer ihre Neuheiten nun online in Bildergalerien, Online-Live-Events oder virtuellen Pressekonferenzen. So hat Autobauer Daimler jüngst via LinkedIn zur Live-Premiere der neuen E-Klasse im Rahmen einer Live-Pressekonferenz geladen. Unter Verwendung des Hashtags #gims2020 präsentieren die Hersteller die neuen Wagen über Social Media Kanäle. Die Reichweite dieser Online-Live-Events dürfte sogar bedeutend höher sein, als die analoge Präsentation auf der Messe. Außerdem bieten die Organisatoren über die Website des Genfer Autosalons Live-Übertragungen der Pressekonferenzen und Präsentationen der von den Herstellern an verschiedenen Orten organisierten Weltpremieren, die anschließend auch als Video-on-Demand zur Verfügung stehen.

Pandemie-Gewinner: Anbieter von virtuellen Messen

Jüngst wurde bekannt gegeben, dass auch die LogiMAT abgesagt und die Hannovermesse verschoben werden. Auch zahlreiche IT-Unternehmen haben bereits angekündigt, Kunden in den nächsten Wochen über Online-Events informieren zu wollen, wenn analoge Veranstaltungen mit zu hohen behördlichen Auflagen versehen werden und das Gesundheitsrisiko nicht kalkulierbar ist. Einer der Gewinner der zahlreichen Absagen sind Anbieter von virtuellen Messen. Besucher einer solchen virtuellen Messe können den Events online und mobil sowie zeitlich flexibel beiwohnen. Sie können virtuelle Vorträge hören und Videos anschauen oder Informationsmaterial herunterladen. Zudem gibt es die Möglichkeit, über Pop-up-Fenster mit Ausstellern in Kontakt zu treten. Virtuelle Messen bieten interessante Möglichkeiten der Event-Visualisierung. So ist es beispielsweise möglich, virtuell einen Messestand einzurichten, auf dem Präsentationen und Vorträge vor dem Hintergrund eines real erscheinenden Messestands stattfinden können. Ausstellern wird es auf diese Weise möglich, Konferenzsäle und Empfänge auch online individuell zu gestalten. Über Webinare und Webkonferenzen können sie außerdem mit Interessenten in Kontakt treten, Vorträge halten und Produkte präsentieren. Der Austausch ist währenddessen, davor oder danach über Chatfunktionen möglich. Ein Vorteil gegenüber der analogen Messe zeigt sich in der intuitiven Erfolgskontrolle, die Online-Marketing-Maßnahmen erlauben. Für Unternehmen stellt diese Art der Messe eine kostengünstige Alternative ohne Reisezeit und -kosten dar. Sie können auch virtuell mit dem Zielpublikum in Kontakt treten und Geschäfte anbahnen.

Die Zukunft der Messe wird digitaler

Natürlich ersetzen all diese Maßnahmen nicht den persönlichen Kontakt auf der Messe. Die verlorenen Umsätze lassen sich durch virtuelle Instrumente nicht in gleichem Maße wieder einholen. Nichtsdestotrotz dürften die Absagen für gerade die Unternehmen, die Online-Marketing bisher noch vor sich hergeschoben haben, einen guten Anlass bieten, sich mit den Möglichkeiten von Social Media, Content-Marketing, virtuellen Präsentationen und Live-Streaming auseinander zu setzen. So kann die Wirtschaft der Pandemie vielleicht auch etwas Gutes abgewinnen: In Zukunft werden Messeauftritte und Online-Präsentationen noch besser kombiniert eingesetzt werden – für einen wirkungsvolleren Messeauftritt der Aussteller und einen erhöhten Erlebnisfaktor für die Standbesucher.